Weg von der Schwarz-Weiss-Argumentation: Dieses Thema braucht Kontrast! Ein generelles Verbot scheint keine Lösung zu sein. Ideen?
Meiner Meinung nach hat sich die Diskussion um Gewaltspiele zu sehr auf die Frage nach einem Verbot versteift. Das muss aber bei weitem nicht die einzige Lösung sein. Wer hat eine geeignete Idee?
Julian Meier, 10. September 2009
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Wir diskutieren hier darüber ob extreme Gewaltsimulationen legal erhältlich sein dürfen. Diese Forderung ist doch höchst bedenklich und moralisch unhaltbar!
Wo liegt der Unterschied zwischen einem Film, der einzig und allein brutale und sadistische Übergriffe zeigt (illegal) und einem Spiel (wohlgemerkt, ein Programm, in dem der Konsument die Handlungen selbst ausführt), dessen einziges Ziel es ist, Menschen zu verstümmeln (montags legal)? Ich bitte um eine Erklärung.
Peter Müller, 2. September 2009
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Factsheet zum Thema
Habe auf
http://www.braindump.ch einen Artikel zum Thema gefunden, der zu einem gut gemachten Factsheet verlinkt. Hier der Link zum Download:
http://www.stigma-videospiele.de/Flugblatt.pdf
Das ist zwar kein richtiger DIskussionsbeitrag, gehört m.E. aber definitiv hier dazu.
Jörg Klenk, 14. August 2009
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Wenn Killerspiele kleinste Änderungen in der Gewaltbereitschaft hervorrufen würden, wäre die Welt voll von Amokläufer (inkl. mir)!
Jeder Schimpanse kennt den Unterschied zwischen Spiel und tödlicher Realität. Wenn Schimpansen spielerisch umhertollen oder sich auf Leben und Tod Kämpfe liefern, wissen sie genau den Unterschied. Jeder, der behauptet Killerspiele fördert Gewaltbereitschaft, sagt auch unsere Kinder sind dümmer als Schimpansen. Kinder stimmt im Grunde genommen auch nicht. Vgl.
http://www.theaveragegamer.com/averagegamers/
bzw. ich 35 Jahre alt.
Nur weil ich schon 2000 "Headshots" diese Woche geleistet habe, greife ich nicht zum Sturmgewehr und laufe Amok.
Das Problem sind nicht die Medien, sondern die Zeit, die mit ihnen verbracht wird. Wenn Eltern ihre Kinder 3h/Tag an den Computer lassen, ohne zu Wissen was gemacht wird. Inkl. DVD und TV noch dazu, wird das sehr wohl zu "Formung" des Charakters beitragen.
Killerspiele ist ein Unwort. Denn wo sind Killerbücher, Killervideos, KillerDVDs, Killerinternet, Killernachrichten und Killermusik?
Für alle Eltern, die MIT ihren Kindern MITreden und MIThalten wollen empfehle ich das informative und kulturell hochwertige Spielemagazin GEE
http://geemag.de
An grösseren Kiosks monatlich erhältlich!
Thomas Lohbeck, 7. August 2009
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Was bringt ein Verbot? Illegale Downoads lassen grüssen!
Was bringt ein Verbot von sogenannten "Killerspielen?"
Hier ein Beispiel: Das Spiel Counterstrike Source, welches in den medien als ober-killergame dargestellt wird
Das Spiel ist meines wissens nach so in etwa auf jedem pc eines jüngeren menschen drauf, ich kenne fast niemanden ders nie gespielt hat. Das Spiel ist auch längst nicht mehr im Handel erhältlich, die Verbreitung findet vollständig im Internet statt. Auf grösstenteils illegalen Wegen besorgen sich die Spieler das Spiel über das internet.
Deshalb frage ich mich, was ein Verbot von "Killerspielen" überhaupt bringen soll, da es mit normalen Verkaufsverboten schlicht und einfach nutzlos ist!
Marco Soldati, 7. August 2009
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Ich habe tagelang gespielt, war quasi abwesend, wollte nur mein Lieblingsspiel durchspielen... und trotzdem ist etwas aus mir geworden!
BDP, 22. Juli 2009
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Mit Jugendschutz hat ein Verbot von "Killerspielen" nichts am Hut - nicht einmal die Spieleindustrie will diese Spiele an Jugendliche verkaufen.
Die Befürworter eines Verbotes behaupten, dass die sogenannten "Killerspiele" eine kausale Voraussetzung für Amokläufe jugendlicher Täter darstellen. Die Rechtfertigung eines solchen Verbotes bestehe im Interesse an einem wirksamen Jugendschutz und - ohne, dass dies aber in der Regel explizit erwähnt würde - dem Schutz der Allgemeinheit vor den Jugendlichen.
Wissenschaftlich gesehen ist der angeblich kausale Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum der Jugendlichen und einer Gewalttat aber alles andere als erwiesen. Die Diskussion darüber lenkt vielmehr von den eigentlichen Problemen ab und verhindert eine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Ursachen. Nur schon deshalb ist die "Killerspiel-Debatte" grundsätzlich verfehlt.
Den Tätern sind vorderhand soziale und psychische Probleme gemeinsam, und regelmässig sind diese Probleme bereits bekannt oder gar aktenkundig. Die Täter hatten freien oder aber unbeaufsichtigten Zugang zu Waffen. Und auch wenn in einigen Fällen im Nachhinein "einschlägige" Computerspiele im Besitz der Täter gefunden werden - nicht einmal die selbstregulierte Spieleindustrie will solche Spiele an Jugendliche verkaufen und empfiehlt den Verkauf unübersehbar nur an Erwachsene. Angesprochen sind damit die erziehungsverpflichteten Eltern und der Handel.
Wer vor diesem Hintergrund die Verantwortung für Amokläufe und neuerdings auch ganz allgemein für Gewalttaten Jugendlicher noch allen Ernstes auf Computerspiele schieben will, betreibt keine Politik, sondern Demagogie.
jf, 21. Juli 2009
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Die Geschichte wiederholt sich: Erst Bücher, dann Filme, dann Musik, dann Gewaltspiele: Hauptsache es ist immer jemand schuld, der sich nicht wehren kann.
20. Juli 2009
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Wie wollen die Verbotsbefürworter das bloss umsetzen?!
Wenn man ein Totalverbot ablehnt (weil es eh nicht durchsetzbar ist), kann man dann die staatlich für gewaltfördernd befundenen Videospiele etwa nur noch in öffentlich überwachten Institutionen unter Vorlage eines Altersnachweises spielen?
Ich finde das ist wieder einmal ein grosser Papiertiger, der nicht beissen wird.
Raffaela Begert, 20. Juli 2009
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Die Verbotsdiskussion missachtet die Tatsache, dass wir uns mitten in einer Phase des sozialen und psychischen "Umbaus" befinden.
Die Wurzeln liegen viel tiefer in der Zeit. Das Thema ist die medial verfügbare Gewalt, die seit dem Aufkommen der Bildmedien im letzten Jahrhundert Gewalt physisch und psychisch spürbarer macht. Die Gewalt in der Tagesschau weist eine andere Qualität als diejenige in den Games auf. Trotzdem trägt auch sie seit Jahrzehnten ihren Teil dazu bei, die Gehirne abstumpfen zu lassen.
Wobei auch das kein neues Phänomen ist, siehe die letzten beiden Weltkriege. Damals handelte es sich allerdings um instituationalisiertes, politisch genutztes Gewaltpotential (das der Mensch sowieso aufweist). Neu ist, dass Gewalt apolitisch ausgeübt wird, dass der Hooliganismus in den Köpfen der "Normalos" angekommen ist.
kandidiert für Grossrat Bern, GLP, 19. Juli 2009
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