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Ich halte PEGI für eine rein politisch motivierte Einteilung. Ungefähr so steht es auch verklausuliert in der FAQ von http://pegi.info [http://www.pegi.info/de/index/id/47#question_2].

Die Antwort auf meine diesbezügliche Anfrage bei PEGI ist noch ausstehend.

Wo sind die wissenschaftlich fundierten Nachweise für nachhaltige Schädigungen von Kindern?

Kann jemand auf im Internet frei zugängliche (möglichst deutschsprachige) wissenschaftliche Studien verweisen, die Schäden beweisen oder eben auch widerlegen?

Gibt es wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Kinder nachhaltig geschädigt werden, wenn sie Medien (Bücher, Filme, Spiele) konsumieren, die nicht für ihr Alter freigegeben sind?

Ich rede nicht nur unbedingt von der Grenze "18+", sondern vor allem auch von den Grenzen 3, 7, 12, 16, die mir sehr willkürlich gezogen scheinen. Au welcher wissenschaftlichen Basis fundiert diese Klassifizierung?

Soweit es mir bekannt ist, sind die Aussagen der vorhandenen Studien alles andere als eindeutig. Eine klare und nachhaltige Schädigung konnte meines Wissens noch nicht bewiesen werden, Wirkungen entweder nicht messbar oder sehr gering.

Ich hatte mich selbst als Kind selbst nie an solche Limiten gehalten und ich habe noch nie bei einem Kind irgendeine Art von Schaden feststellen können, der auf «nicht altersgerechten» Medienkonsum basiert hätte.

PEGI ist als allgemeine Information ganz nützlich, mehr aber nicht. Auf gar keinen Fall soll man eine Alterskontrolle den Händlern aufzwingen. Für den Medienkonsum und die Kontrolle sind einzig und allein die Eltern zuständig.

Fazit: Es braucht keinen Jugendschutz, weil es keine Gefahr gibt, vor der man die Jugend schützen müsste.

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Zur Diskussion, siehe auch:

http://wiki.piraten-partei.ch/Diskussion:Berner_Sanktionsmassnahmen_gegen_Killerspiele

und:

http://www.gamerights.ch/index.php?option=com_kunena&Itemid=0&func=view&catid=53&id=11346#11346

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Belege mit Quellenangabe:

Zitat: «Untersuchungen – zum Beispiel die im Auftrag des Bundes von Prof. Kunczik an der Universität Mainz abgeschlossenen Arbeiten – liegen vor. Allerdings belegen sie den eindeutigen Zusammenhang von Gewalt im Spiel und Gewalt in der Realität bisher nicht.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25486/1.html]

Sehr entlarvend ist diese Aussage von Erika Berthold und Eggert Holling, ehrenamtliche Gutachter des Deutschen FSK: «Objektive Einstufungen, richtige oder falsche, kann es prinzipiell nicht geben. Das zeigen schon die historischen Veränderungen bei der Bewertung von Filmen: Italo-Western, die in den 60er Jahren die Gemüter bewegten, sehen sich heute Zwölfjährige an, ohne mit der Wimper zu zucken. Spiele wie "Golden Axe" oder "River Raid", die in den 80er Jahren auf dem Index landeten, sind heute "freigegeben ab 6 Jahren" oder "freigegeben ohne Altersbeschränkung". Dies ist nicht etwa groben Fehlurteilen der vor zwanzig Jahren tätigen Prüfgremien geschuldet, sondern widerspiegelt die Veränderung dessen, worüber jeweils gesellschaftlicher Konsens herrscht. Anders gesagt: Die gleichen Leute, die damals eine Indizierung angemessen fanden, würden heute vermutlich anders plädieren. Das heißt: Alterseinstufungen bringen die aktuelle gesellschaftliche Durchschnittseinschätzung dessen, was Kindern und Jugendlichen zugemutet werden kann, zum Ausdruck und keine ewig gültigen Wahrheiten.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25486/1.html]

Ich gehe einen Schritt weiter: Da keine schädliche Wirkung nachgewiesen werden kann, es objektive Kriterien nicht gibt und Alterseinstufungen reine Geschmackssache sind, dürfen sie niemals verbindlich vorgeschrieben werden! Alterseinstufungen sind eine Orientierungshilfe, mehr nicht. Spiele in die mit vernünftigem zeitlichem Aufwand gespielt werden schaden niemandem, nicht Kindern und erst recht nicht Erwachsenen.

Zitat von Manuel Ladas, der an einer entsprechenden Dissertation an der Uni Münster arbeitet: «Virtuelle Spielgewalt wird vom Nutzer im Allgemeinen stark ästhetisiert, empathiefrei und rein funktionalistisch - also nicht im Sinne einer Schädigung von Opfern - wahrgenommen und genutzt. Dementsprechend wird sie von den meisten Spielern sehr stark gegenüber realer Gewalt gerahmt - die Befragten sahen meist keinen moralischen Zusammenhang zu 'echter' Gewalt. Auch die oftmals vermutete Habitualisierung ('Abstumpfung') durch die Nutzung gewalthaltiger Genres konnte nicht bestätigt werden. Gewalt in Computerspielen ist nach den Ergebnissen der Untersuchung für die Spieler offenbar ein spannender, herausfordernder Wettkampf und ermöglicht die schadensfreie virtuelle Simulation von Macht und Kontrolle. Sie ist weniger ein Abbild realer Gewalt als vielmehr eine abstrakte Metapher für Wünsche und Motivationen der meist unter 25-jährigen, männlichen Spieler - Wünsche und Motivationen wie Herausforderung, Erfolg und Nervenkitzel. [...] Gerade die aktuell stark kritisierten 3D-Shooter wie 'Counterstrike' sind für die Spieler nicht mehr als ein virtuelles Räuber-und-Gendarm-Spiel. Und wo für die Nutzer keine schockierende Gewalt erkennbar ist, kann diese auch nicht 'abstumpfend' wirken oder gar zu folgenreichen realen Gewalttaten anstacheln.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12443/1.html]
14 Kommentare
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Lieber Marc
du hast ja auch auf der gamerights.ch Seite gepostet. Ich finde deine Überlegungen zur Problematik der Alterskennzeichnung eigentlich recht gut, aber den Jugendschutz mit der Argumentation das keine Schädigung von Games nachgewiesen werden kann und daher sinnlos ist, ein gewagter Rückschluss.
Das ein Spiel als in sich geschlossenes System erkannt wird und daher auch kein Transfer in die Realität stattfindet, braucht es ein gewisses Abstraktionsvermögen, welches sich erst im Laufe der Jahre entwickelt. Wenn du also für eine völlige Freigabe aller Spiele für alle Kinder bist, dann ist das für mich als Medienpädagoge und Gamefan sehr blauäugig und naiv. Wenn ein 7 oder 8 Jähriges Kind CS, Bioshock oder Halo gamt, dann sind die Bilder beängstigend und ich bin der Meinung, dass ein solches Kind in seiner Entwicklung gestört wird, ebenso, wie wenn es mit harter Pornografie oder Filmen für Erwachsene konfrontiert würde, es kann mit den Bildern und Inhalten schlichtweg nicht umgehen und hat auch noch keine Bewältigungsstrategien.
Ihr helft unseren Anliegen gegen ein Spielverbot nicht besonders, wenn ihr für solche Probleme einfach verharmlost. Natürlich ist es ein Unterschied, wenn ein 14jähriger mal ein Game spielt, welches für ältere Spieler gekennzeichnet ist. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, dass in den Schulen Kinder mit zu frühem Konsum von Medieninhalten für Erwachsene durchaus Störungen in der Entwicklungspsycholgie haben und auch auffällig werden im Unterricht, da sie die Bilder und Ängste nicht einfach loswerden.
Ob PEGI eine sinnvolle Bewertung darstellt oder eine Positivprädakatisierung wie bei http://bupp.at/ soll und darf man diskutieren, aber ein Schutz der Kinder vor Erwachsenengames muss sein, alles andere ist Blödsinn.
Steve Bass 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ich pflichte Steve Bass bei.
Nur eine kleine Klarstellung, da du dich mit "ihr" wohl an die Piratenpartei richtest: Marc Wäckerlin äussert hier seine persönliche Meinung. Im Parteiprogramm plädieren wir bisher für Jugendschutz mit PEGI. Über das Thema werden wir aber noch viel zu diskutieren haben.
David H - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
PEGI ist auch die einzige wahre und sinnvolle Lösung. Nur sollten sich Eltern und Verteiler (Läden) besser darauf aufmerksam machen. Einen CoC (Code of Conduct) gibt es bereits.
Dino Ebener 4. Februar 2010 Verstoss melden
Obschon Ihr eigentlich für freies Spielen wärt, tut Ihr so, als sei Handlungsbedarf gegeben, nur weil ein paar fundamentalistische Extremisten Lärm schlagen und Computerspiele, die sie nicht verstehen und auch selbst nicht spielen doof finden. Dem widerspreche ich in aller Deutlichkeit. Man kann und darf nicht auf diejenigen hören, die am lautesten rufen. Wo kämen wir dahin, wenn man nur durch laut genug schreien mit den dümmsten, unrealistischsten Forderungen durchkommen könnte?!?

@Dino E: Damit das nicht missverständlich ist: *Ja*, PEGI ist nützlich als Orientierungshilfe. Aber *Nein*, dies soll auf keinen Fall irgendwie gesetzlich verankert werden, in welcher Form auch immer. Ich habe nichts gegen PEGI, ich finde die Information, die es bietet sogar gut, aber nur solange es zu nichts verpflichtet und nicht verbindlich ist.

@David H: Ich äussere mich grundsätzlich immer nur für mich selbst. Die Forderung nach «gesetzlicher Verankerung von PEGI» hat die Piratenpartei wahrscheinlich von der gamersright.ch übernommen, meiner Meinung nach unüberlegt und vor allem hat man das zu wenig diskutiert. Ich werde zu Handen der nächsten Piratenversammlung beantragen, diese Forderung wieder zu streichen. Bis dahin aber handelt es sich hier nur um meine Privatmeinung.

@Steve Bass: ich bin mit http://gamerights.ch auch weitgehend einverstanden, bis auf die Forderung nach «gesetzlicher Verankerung» von PEGI. Um eine Beschränkung gesetzlich gegen Händler durchzusetzen bedarf es nach meiner Überzeugung zweierlei:

1. Es muss nachgewiesen werden, dass eine solche Beschränkung im Interesse der Kinder notwendig ist. Dazu braucht es zwingend wissenschaftlich fundierte, detaillierte, objektive, nüchterne, nicht tendenziöse Studien, die nachweisen, dass tatsächlich bei Nichtbeachtung der Altersfreigaben relevante und nachhaltige Schädigungen auftreten können.

2. Die Alterslimiten sollen sich dann aber genau an den Ergebnissen dieser Studien ausrichten. Nur solche Beschränkungen sind zu rechtfertigen, deren Notwendigkeit und Wirksamkeit durch Studien belegt werden können.

Alles andere ist eine Bevormundung aufgrund des persönlichen Geschmacks der Personen, welche solche Alterslimiten festlegen.

Wenn Du behauptest, dass ein acht oder neunjähriges Kind durch Counterstrike oder Halo geschädigt werden könnte, dann bist Du in der Pflicht, das auf Basis von seriösen Studien zu beweisen. Ansonsten ist das nichts, als eine schädliche und unbegründete Behauptung.

Was Pornografie betrifft: Pornografie ist etwas völlig natürliches und überhaupt nicht schlecht. Was unsere Kinder tatsächlich verdirbt, ist einzig der ablehnende Umgang gegenüber dem menschlichen Körper und seinen biologischen Bedürftnissen. Kinder, die noch nicht in der Pubertät sind, interessieren sich überhaupt nicht dafür. Neunjährige Jungs wenden sich selbst bei harmlosen Umarmungen oder Kussszenen angewidert ab, das habe ich selbst öfters erlebt. Sobald sich die Kinder aber dafür interessieren, sind sie auch reif dazu.

Wenn Kinder mit Bildern und Inhalten nicht umgehen können, dann werden sie das entsprechende Spiel nicht Spielen, oder den entsprechenden Film nicht schauen. Wenn etwas ein Kind überfordert, verliert es rasch das interesse daran. Es wird auch kein Kind von sich aus Inhalte kaufen, für die es noch nicht reif ist, schlicht und ergreifend weil ihm das Interesse fehlt. Wozu also forderst Du Verbote?

Was ich aus der spärlichen, oft tendenziösen Informationslage herausfiltern kann, ist einzig und allein, dass bei extrem häufigem und langem Konsum von Medien aller Art, sei es TV oder Spiele, die Kinder soziale Defizite entwickeln können und schlechter in der Schule werden. Das ist aber keine sehr aussergewöhnliche Beobachtung, und vor allen rechtfertigt sie keine Alterslimiten. Wenn schon muss man bei schulisch schwachen Kindern darauf drängen, dass die Eltern die Zeitdauer des Medienkonsums ihrer Kinder limitieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich verharmlose nichts. Im Gegenteil, ich bausche nicht künstlich auf, sondern ich entlarve vielmehr den «Jugendschutz» als das, was er wahrscheinlich ist: Eine unnötige Alibiübung, blinder Aktionismus. Ich fordere, dass Beschränkungen nur auf solider Basis erlassen werden dürfen, besonders dann wenn man wie gamersright.ch noch zusätzliche neue Verschärfungen fordert!

Eine für mich gangbare Möglichkeit wäre, ehrlich zu sagen, dass die abgestuftebn Alterslimiten nicht haltbar sind. Dafür könnte man erstens alle Spiele ohne gesetzliche Beschränkung für den Handel freigeben, ausser die blutigsten Spiele, die nach wie vor nur an Erwachsene verkauft werden dürften. Das wären dann aber bei weitem nicht alle Spiele mit Kennzeichnung 18+, sondern wirklich nur die blutigsten darunter. Ansonsten sollten Alterskennzeichungen sinnvollerweise unverbindliche Hinweise bleiben, die den Handel nicht zu Kontrollen verpflichten. Im Gegenzug müsste man aber alle absoluten Verbote aufheben und jedes Spiel unzensiert wenigstens für Erwachsene ohne Beschränkungen frei geben.

Was meiner Meinung nach viel mehr schadet ist, wenn selbst Spieler nach Massnahmen rufen, anstatt ganz klar und deutlich zu sagen, dass keinerlei weitere Massnahmen notwendig sind, un man im Gegenteil bisherige Massnahmen nochmals überprüfen sollte!
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
omg und du willst in die Politik ??
""Wenn Du behauptest, dass ein acht oder neunjähriges Kind durch Counterstrike oder Halo geschädigt werden könnte, dann bist Du in der Pflicht, das auf Basis von seriösen Studien zu beweisen. Ansonsten ist das nichts, als eine schädliche und unbegründete Behauptung." - Ich habe von Angststörungen und deren Auswirkungen gesprochen, warum soll ich dir Studien vermitteln, habe dir übrigens auf gamerights zwei links gepostet, studiere doch Psychologie oder Pädagogik, mit Hauptfach Medienpädagogik, bevor du solche Antworten schreibst - ""Was Pornografie betrifft: Pornografie ist etwas völlig natürliches und überhaupt nicht schlecht""
Hier erübrigt sich wirklich jede weitere Diskussion mit dir, also mein letzter Kommentar, weil mir schlichtweg die Worte fehlen bei solchen Äusserungen.
Steve Bass 4. Februar 2010 Verstoss melden
Ich behaupte nicht, dass ich das abschliessend beurteilen kann, ich sage nur, dass ich keine Beschränkungen gut heisse, die nicht wissenschaftlich fundiert begründet werden können.

Meiner Meinung nach unterschätzt Du Kinder massiv.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Gut, ich würde sagen:
Die beste Lösung wäre ein einheitliches, wissenschaftlich fundiertes System, da gebe ich Marc recht. Leider ist das nicht in Sicht.
Die zweitbeste ist in meinen Augen eine Verankerung von PEGI als Verkaufsverbotsrichtlinie.
Die drittbeste meines Erachtens der Verzicht auf Verbote.
Die schlechteste Lösung ist von Kanton zu Kanton variierende Verkauftsverbote an Jugendliche. (Wenn man mal von Totalverboten absieht.)
David H - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
"Meiner Meinung nach unterschätzt Du Kinder massiv."

15 Jahre Primarlehrer, seit 4 Jahren Medienpädagoge und Vater von 3 Kindern - nööö glaube ich nicht - aber welche Erfahrungen hast denn du vorzuweisen in Bezug auf Kinder, die dich so überzeugen, dass Kinder ungefiltert alles sehen, hören und erleben dürfen - denn Freiheit scheint bei dir alles zu sein
Steve Bass 4. Februar 2010 Verstoss melden
Ich erlaube mir, die Forderungen von GameRights zu elaborieren: Wir fordern, PEGI für den Handel rechtlich verbindlich zu verankern. Sollten Eltern z.B. dann der Meinung sein, ein 16+ Spiel ihrem 14 Jahre alten Sohn zutrauen zu können, ist das ja immer noch möglich! Unsere Jugendschutzlösung basiert auf zwei Teilen: Einerseits den Verkauf regulieren, andererseits die Eltern sensibilisieren. So und nur so kann Jugendschutz ehrlich umgesetzt werden.
Unsere Forderung nach gesetzlicher Verankerung von PEGI sieht diese für den Handel vor - zu Hause sind und bleiben die Eltern diejenigen, welche für appropriaten Jugendschutz zu sorgen haben.
Thomas Riediker - Präsident GameRights.ch, Parteilos 4. Februar 2010 Verstoss melden
@David H: Deine zweitbeste ist für mich die drittbeste und Deine drittbeste meine Zweitbeste Lösung.

@Steve Bass: Du kannst mich gern überzeugen, wenn Du mir Studien vorlegen kannst. Deine hochgelobten Links im gamerights.ch haben im Gegenteil exakt bewiesen, dass jedes Wort von dem, was ich schrieb, richtig ist!

Dieser Text ist einigermassen kurz, den Link hat mir Steve Bass gegeben. Der Text stützt haargenau meine Aussage und widerlegt Steves Behauptungen. Ich verstehe nicht, war er mir nicht einfach recht geben will, dafür gibt er mir einen Link, der genau meine Aussage belegt: http://www.sueddeutsche.de/wissen/451/325316/text/

Einige Ausschnitte aus dem Text dessenTitel lautet: «Schädliche Wirkung nicht belegt»: «Seine Schlussfolgerung: Keine bisher veröffentlichte unabhängige Forschung hat ernsthafte Auswirkungen aggressiver Spiele auf das Verhalten junger Leute belegt.» .. «Wir haben allerdings festgestellt, dass Sechsjährige von brutalen Spielen nicht angezogen werden.»

Er sagt auch, das will ich nicht unterschlagen: «Ich würde nicht leugnen, dass manche Spiele für einige Altersgruppen ungeeignet sind.» Sage ich auch, aber bei weitem nicht in dem Ausmass, wie die Altersfreigaben vorgaukeln. Ungeeignet mögen einige wenige ausserordentlich brutale Spiele sein, wie Manhunt, aber nicht harmlose Kungfu-Prügler wie DOA oder Ego-Shooter wie Doom oder Halo. Splatter schadet wohl kaum, er karikiert sich durch seine übertriebene Blutdarstellung selbst, ähnlich wie Comics (Itchy und Scratchy bei Simpsons).
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Mir ist klar, dass man mit konkreten Alterseinstufungen nicht jedem Individum gerecht werden kann. Geistige (und auch körperliche) Reife sind sehr individuell. Einige sind mit 12 soweit wie andere mit 15 und umgekehrt. Doch diesem Umstand kann unsere Gesellschaft nicht immer Rechnung tragen. Der Aufwand wäre immens und wahrscheinlich kaum funktional. Also werden Alterslimiten eingesetzt, z.b. Beim Alkohol, bei Medien etc. Die mögen vielleicht willkürlich erscheinen und ich gebe Marc Recht: Über die Einstufungen soll man diskutieren. So stellt sich mir die Frage, ob wir tatsächlich alle Einstufungen brauchen.
Ob man das System jetzt tatsächlich gesetzlich verankern will, ist die Frage, denn die Industrie reguliert sich durch einen Code of Conduct bereits selbst und fehlbare Verkäufer werden belangt. Wir sehen also, die Branche tut was und ist an einem Jugendschutz interessiert. Doch dies geschieht auf freiwilliger Basis.Mit der gesetzliche Verankerung von PEGI würde man grundsätzlich bestehende Prinzipien gesetzlich festlegen. Ich bin allerdings der Meinung, dass es nicht sein sollte, dass Eltern, wie z.b. Von Herrn Näf gefordert, bestraft werden sollen, wenn sie ein Spiel kaufen, dass eigentlich nicht für das Alter des Kindes vorgesehen wäre. Aber für den Handel sollten verbindliche Regeln gelten.
Den Vorschlag von Marc, PEGI nur als Richtlinie zu betrachten, erachte ich als problematisch.
Warum?
Natürlich ist es die Pflicht der Eltern sich zu informieren was ihr Kind spielt. Leider fehlt aber vielen Eltern die Medienkompetenz oder die Zeit/Interesse zu kontrollieren was ihr Kind spielt, gerade darum sollte es aber für ein Kind nicht möglich sein in einen Laden zu spazieren und den neusten ab 18 Titel zu kaufen. Mir ist klar, dass sich immer Mittel und Wege finden, um sich ein Spiel trotzdem zu besorgen. Das ist auch der Grund warum die Verankerung von PEGI alleine nicht reicht. Die Medienkompetenz der Eltern muss geschult werden und zwar auf eine objektive Art und Weise ohne Spiele zu verteufeln oder zu verharmlosen.

Marcs Meinung bezüglich Kinder und Spiele/Filme kann ich nicht teilen. Es gibt Spiele und Filme welche nicht in Kinderhände gehören. Es gibt durchaus Studien und wie wir von Steve jetzt wissen Beispiele, welche hier Marc widersprechen. Auch diese Studien, welche eigentlich ja nicht in unserem Sinne sind, gehören beachtet, wenn wir uns nicht auf das Niveau von gewissen „Gegner“ herunterlassen wollen. Nur weil uns der Inhalt einer Studie nicht gefällt, heisst das nicht, dass wir die Studie einfach ignorieren sollen.

Eine Person mit einer gewissen geistigen Reife kann durchaus zwischen Fiktion (Spiel/Film) und Realität unterscheiden. Aber ich bezweifle, dass Kinder diesen Grad an Reflexion bereits besitzen. Warum haben Kinder z.b. Angst vor Gespenstern oder Monstern unter dem Bett?
Ich mag mich daran erinnern, dass ich als Kind nach gewissen Filmen Problem hatte mit Einschlafen (längere Zeit), es fehlte mir anscheinend die Fähigkeit rational zu denken und die Filme als das anzusehen was sie sind: Fiktion.
„Beeinträchtungen“/Schädigungen was auch immer, schlagen sich nicht unbedingt in Schulnoten oder Gewaltbereitschaft nieder, es können auch viel simplere Dinge wie eine irrationale Angst vor der Dunkelheit etc. Sein. Deshalb macht ein Jugendschutz, der Kinder und Jugendliche schütze, ohne Erwachsene Bürger zu bevormunden durchaus Sinn.
Michael Häberle - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Klar, wenn sich alle Verkaufstellen an den Code of Conduct halten müsste das PEGI rating nicht gestzlich verankert werden aber tun das auch alle?

Ich bin und bleibe der Meinung, dass Spiele die klar für eine erwachsene Zielgruppe hergestellt wurde nichts in Kinderhänden zu suchen hat.

Wenn die geistige Reife nicht auf dem wünschenswerten Level ist, kann es zu Problemen kommen. Vorallem weil vermehrt der Dialog mit den Eltern fehlt - Kinder lernen heute nicht mehr Stresssituationen zu bewältigen, sie lernen nicht wie man mit Druck auskommen muss, wie man Konflikte sinnvoll löst - der Ausweg ist die Materialisierung von Themen und die Gewalt.

Man kann nicht Spielehersteller dafür verantwortlich machen wenn ein verkorkster Erziehungsstil dem Kind schadet - Ich mache auch nicht die Autohersteller für zu schnelles fahren verantwortlich. Das Umdenken muss an einem anderen Ort stattfinden. Dieses Geschrei nach Verboten ist scheinheilig und löst die Probleme nicht. Man muss extrem Naiv sein zu glauben man könne Übergriffe egal welcher Art verhindern wenn man solche Gesetze erlässt.

Interessant auch immer, wie Spiele sofort im Fokus sind nach Amokläufen wenn man denn solche findet, wenn man dies aber nicht tut wird die Tat totgeschwiegen - dann sind für den ganzen zwangsneurotischen, profilierungsgeilen Politiker die Opfer nicht wichtig genug - eine Perversion sondergleichen.
Dino Ebener 5. Februar 2010 Verstoss melden
Grundsätzlich sind es sehr sehr wenig Filme und Spiele, die wirklich nicht in die Hände von Minderjährigen gehören. Selbst diese, da kann man diskutieren, ob man dazu wirklich 18 sein muss, oder ob 16 nicht reichen würde; auch Kinder mit 14 sind schon sehr weit entwickelt und können sehr viel verarbeiten. Ich habe in Meinem Leben schon viel gesehen. Ich wüsste genau einen Film (Hostle) und kein einziges Spiel, die ich erst ab 18 freigeben würde. PEGI ist viel zu restriktiv.

@Dino E: Wer ein Spiel unbedingt haben will, der kriegt es auch, und sei es als Download aus dem Internet. Fördern wir doch lieber die legale Verbreitung, statt die Menschen zu zwingen, sich ihre Medien bei Bittorrent zu bedienen. Die meisten Händler halten sich an PEGI, was Fehlkäufe weitgehend ausschliesst. Mehr gesetzliche Regelung braucht es nicht. Es ist eine Illusion, zu glauben, etwas verbieten zu können. Und ein Verbot löst ohenhin keine Probleme.

Die Eltern, das Umfeld hat einen viel grösseren Einfluss auf die Kinder, als es Medien je haben können. Wenn wir wirklcih etwas erreichen wollen, müssen wir dort ansetzen.

@Arikael: Eltern ohne Medienkompetenz können sich auf PEGi verlassen, und allenfalls ihre Kinder begleiten und ihnen beiseite stehen beim Spielen. Aber PEGi ist keine Ausrede für Eltern, ihre Pflichten zu delegieren. Zu den Aufgaben der Eltern gehört auch, sich für die Welt ihrer zu interessieren und für ihre Kinder da zu sein.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Das ist sehr richtig, wer ein Spiel haben will der kriegt es und genau da sind die Erziehungsberechtigten gefragt - diese sollen sich mit dem Kind beschäftigen - nicht kontrollieren aber mit dem Kind den Dialog suchen.

Wie gesagt ich halte ein Verbot für eine Bevormundung, von den Wirtschaftlichen konsequenzen mag ich garnicht erst anfangen - es wäre jenseits von dumm.

Es wäre jedoch wünschenswert, wenn das ganze rating system etwas mehr in den Vordergrund rücken würde, sei das nun gesetzlich oder das Händler darauf aufmerksam machen. Bei den meisten, wenn nicht sogar allen Game-Shops werde ich darauf aufmerksam gemacht, bei einem Grossverteiler stelle ich das ein wenig in frage - aber eben, meist ist es nur die Interessenresistenz der Eltern.

Kind als Statussymbol, die Problematik liegt auf der Hand.
Dino Ebener 8. Februar 2010 Verstoss melden
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Die Debatte um Gewaltspiele ist von Halbwahrheiten und Pseudostudien überschattet.
Den traurigen Tiefpunkt erreichet wieder einmal die SP Bern mit Vertreter Roland Näf.
Wir von gamerights.ch setzen uns für einen konsequenten Jugendschutz und Weiterbildungsangebote für Erziehungsberechtigte und Pädagogen ein.
Ein Verbot kann und darf keine Lösung sein, vor allem wenn die Verbote auf Lügen und Ideologien abgestützt sind.
Wer wirklich etwas über Wirkung von Videogames erfahren will-
http://www.grandtheftchildhood.com/GTC/Home.html wahrscheinlich die umfangreichste und unabhängigste Studie in diesem Bereich, ausserdem das hervorragende Buch Schauplatz Computerspiele (Gebundene Ausgabe)
von Herbert Rosenstingl (Autor), Konstantin Mitgutsch (Autor)
8 Kommentare
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Stimme Dir 100% zu - es liegt endlich an den Eltern ihren Pflichten als Erziehungsberechtigte nach zu kommen.

Eltern reden sich unheimlich gerne mit der Begründung: "Das ist mir zu kompliziert.", raus. Ein Kind sollte einem aber genügend wertvoll sein einige Stunden zu opfern und Gebrauchsanweisungen von Konsolen zu lesen oder das Kind in Gespräche zu verwickeln.

Es kann echt nicht angehen, dass Eltern Spiele kaufen mit einem grossen roten '18-' Kleber drauf, nur weil das minderjährige Kind darauf pocht und man sich als Elternteil nicht dafür interessiert solange das Kind dann Ruhe gibt. Aber es gibt ja schon längst Ungereimtheiten in der ganzen Erziehung von heute.
Dino Ebener 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ich bin bei Computerspielen gegen «Jugendschutz», denn man muss nicht vor etwas schützen, das nicht schadet!

Nicht die Art und Weise eines Spiels ist ein Problem, sondern allein der zeitliche Aufwand, wenn nämlich die schulische Leistung leidet, weil zu viel konsumiert wird.

Eine verbindliche Alterseinstufung lehne ich entschieden ab!
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ich glaube nicht, dass Spiele mit starkem visuellem Inhalt in Kinderhände gehören.
Ich weiss nicht ob ein 12 Jähriger gleich reagiert wie ein 18 Jähriger oder die Eindrücke verarbeiten kann. Aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich in meinen Jugendjahren auch Games mit Inhalten gespielt habe welche nicht für mich gedacht waren und ich bin nicht zum Amokläufer oder zu einem agressiven Individuum mutiert wie es manche Politiker gerne drehen, der Faktor Erziehung kommt bei allen Diskussionen _immer_ zu kurz.

Der Faktor Zeit ist ein anderer Teil, da kann aber ein rating keine prävention bieten. Da liegt es einzig an den Erziehungsberechtigten und deshalb ist eine Diskussion sehr schwierig. Zumal es oftmals nicht eingesehen wird und man stur auf die Videospiele einhackt weil es halt 'einfacher' ist als vor die Nasenspitze zu denken.

Dino Ebener 4. Februar 2010 Verstoss melden
Fast witzig, die Behauptung, gamerights setze sich für den Jugendschutz ein. Gestern war ich Gast bei einer LAN-Party, wo auch 16-Jährige bei Games ab 16 mitmischten, und gamerights war vertreten. Der Unterschied zu mir: Ich habe mich vor einem Monat im Berner Kantonsparlament in Sachen Jugendschutz durchgesetzt ... Mit anderen Worten, LAN-Partys mit 16-Jährigen, die Call of Duty oder Counter Strike dort spielen, sind im Kt. Bern bald vorbei.
Roland Näf - Grossrat Bern, SP 21. Februar 2010 Verstoss melden
Mit Ihrer Aussage machen Sie sich einfach nur lächerlich. Sie beschweren sich doch tatsächlich, dass 16-Jährige Spiele ab 16 spielen! Dabei ist das genau ein Beweis dafür, dass der Jugendschutz in der Schweiz hervorragend funktioniert. Es ist völlig in Ordnung, wenn 16-Jährige für sie bestimmte Spiele spielen. Und Call of Duty oder Counter Strike sind, ein angemessenes Alter vorausgesetzt, vollkommen harmlose Spiele. nur Extremisten können sich nicht mit einer vernünftigen Situation abfinden, die sich im Konsens herausgebildet hat und glauben, immer mehr Verbote zu benötigen.

Der Handel hält sich an die Altersempfehlungen und prüft das freiwillig an der Kasse nach. Der «Brutalo-Paragraf» verbietet bereits extrem gewalttätige, menschenverachtende Spiele. Es ist keinerlei Änderung an der aktuellen Lage in der Schweiz erforderlich.

Ihnen geht es nur darum, eine «reine» «perfekte» Scheinwelt zu erschaffen, die nichts mit der wirklichen Welt zu tun hat, aber wohl ihren an religiösen Wahn grenzenden Wunschvorstellungen entspricht.

Wenn Sie sich um Gewaltpräventionen kümmern wollten, müssten Sie sich nicht um die virtuelle Welt kümmern, sondern die Probleme in der realen Welt angehen. Man sollte such darüm kümmern, dass die Qualität unserer Schulen wieder einen einheitlich hohen Standard einnimmt (momentan scheint das von Schulhaus zu Schulhaus, von Klassenzimmer zu Klassenzimmer zu variieren. Wir müssen unserer Jugend einen optimalen Start ins Leben mitgeben. Wir müssen aber auch Lehrer durch Psychologen unterstützen, schwierigen Schülern zu helfen. Gewalttätige Jugendliche haben eine lange Vorgeschichte an familiären und schulischen Problemen. Ihr Verhalten kommt nicht von Computerspielen, sondern aus dem echten Leben. In Computerspielen suchen sie sich höchstens eine Ablenkung, die sie ihr Versagen für einige Stunden vergessen lässt. Und genau da muss man ansetzen. Man muss Kinder mit Problemen möglichst früh erkennen und ihnen die Hilfe zukommen lassen, die sie brauchen, um ihr Leben zu bewältigen. Damit helfen wir ihnen nachhaltig, und nicht nur ihnen, die ganze Gesellschaft wird dadurch gestärkt. Aber das ist halt komplexer und schwieriger, als der billige Schrei nach Verboten.

Herr Näf, sie sind ein fundamentalistischer Extremist mit religiösem Sendungsbewusstsein. Ich hoffe sehr, sie werden nicht so ernst genommen, dass Sie tatsächlich etwas bewirken können. Die Politik sollte Fanatiker wie Sie ignorieren und zum Tagesgeschäft übergehen. Ihr fanatischer Einsatz wird hoffentlich einige Piraten ins Berner Kantonsparlament spülen.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 22. Februar 2010 Verstoss melden
Heute ist es gang und gäbe, dass Organisatoren von LAN-Parties ein Mindestalter von 16 Jahren festsetzen, jedoch gleichzeitig bestimmen, dass Teilnehmer unter 18 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern oder Erziehungsberechtigten dabei haben müssen. Das ist völlig in Ordnung, denn die Eltern sollen bestimmen, wann ihre minderjährigen Kinder wo was sehen dürfen. Sie kennen ihre Kinder am besten und sind gemäss Gesetz für sie verantwortlich.

Wenn Sie die "Behauptung" witzig finden, Herr Näf, ist das Ihre Sache.
Thomas Riediker - Präsident GameRights.ch, Parteilos 22. Februar 2010 Verstoss melden
Bitte um Entschuldigung wegen dem Doppelpost, eine Frage hätte ich aber noch:
Welche LAN war das denn, Herr Näf?
Thomas Riediker - Präsident GameRights.ch, Parteilos 22. Februar 2010 Verstoss melden
Nach der Lektüre der BZ konnte ich mir die Frage selbst beantworten. Besten Dank.
Thomas Riediker - Präsident GameRights.ch, Parteilos 22. Februar 2010 Verstoss melden
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Der unsinnige Vorstoss des fundamentalistischen Extremisten Roland Näf von der SP Bern hat auch die Piratenpartei zu einer Reaktion bewogen. Hier ist ein Ausschnitt aus meinem Anteil an der noch im Entwurf befindlichen Antwort. [Originalquelle: http://wiki.piraten-partei.ch/Berner_Sanktionsmassnahmen_gegen_Killerspiele]:

Es ist interessant, dass sich zwar viele über «Killerspiele» aufregen, nicht aber über «Raserspiele» [Telepolis: Sind «Raserspiele» gefährlicher als «Killerspiele»? http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24880/1.html], werden doch auch bei Autorennen Gesetze nur zum Spass gebrochen und Menschen virtuell gefährdet. In beiden Fällen kann man aber nicht davon ausgehen, dass das Verhalten im Spiel in die Wirklichkeit übertragen wird. Müsste man das, so wären auch Rennspiele erst ab 18 freizugeben, aber schlimmer noch, sind doch gerade die potentiellen Raser mindestens 18, daher müsste man Kassenschlager wie «Midnight Club» oder «Need for Speed» komplett verbieten. Setzt man hingegen den Verstand ein, dann wird schnell klar, dass man eine virtuelle Welt nichts mit der Realität zu tun hat. Das verstehen selbst Kinder, die offensichtlich «Killermärchen» vom bösen Wolf oder menschenfressenden Hexen, die im Ofen verbrannt werden ohne psychische Schäden überstehen. Seit Jahrtausenden fliehen Menschen in Spiele, um ein Leben zu simulieren, dass sie in Wirklichkeit nicht führen können. In «Monopoly» spielen sie den herzlosen Grosskapitalisten, gleichzeitig spenden sie dem WWF Geld für die Erhaltung der Natur. Mit dem Brettspiel «Risiko» simulieren sie Krieg und Gewalt, spenden aber für Erdbebenopfer in Haiti. Die Welt der Fantasie und die reale Welt haben nichts miteinander zu tun. Jeder normale Mensch kann diese Grenze problemlos ziehen, selbst Kinder können das, denn sonst wären sie durch Märchen traumatisiert. Kinder spielen «Indianerlis» oder «Räuber und Polizist», sie schiessen mit Spielzeugwaffen aufeinander, und wenn man ihnen diese weg nimmt, formen sie ihre Finger zu Pistolen. Es gibt also überhaupt keinen Grund, irgendwelche Spiele, und seien sie noch so grausam, zu stigmatisieren. Es gibt kaum eine Rechtfertigung für Alterslimiten, ausser dass zu kleine Kinder überfordert werden, weil sie noch nicht in der Lage sind, die Bilder zu verarbeiten. Es ist ein viel grösseres Risiko, dass Kinder zu viel Zeit in den virtuellen Welten verbringen und das reale Leben, Hausaufgaben und Freunde vernachlässigen. Dieses Problem gibt es aber nicht nur bei Computerspielen und Filmen, sondern auch bei Büchern. Dieses Problem kann man auch nicht mit Gesetzen angehen, sondern nur über die Verantwortung der Eltern.

Es stellt sich grundsätzlich die Frage nach der wissenschaftlichen Basis für Herrn Näfs Forderung. Tatsächlich gibt es Studien zum Thema Gewalt in Computerspielen mit unterschiedlichen Folgerungen [Telepolis: Brutale Spiele(r)? http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12443/1.html]. Der Artikel «Killerspielalarm in Deutschland» [Telepolis: Killerspielalarm in Deutschland http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25486/1.html] geht eingehend darauf ein und der Artikel «Killerspiele in der Diskussion» [Telepolis: Killerspiele in der Diskussion http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25905/1.html] geht auf die Reaktionen auf den Artikel ein. Gefährlicher als «Killerspiele» ist laut einer Studie der regelmässige Verzehr von Süssigkeiten [Telepolis: Regelmässiger Verzehr von Süssigkeiten soll gewalttätiger machen http://www.heise.de/tp/blogs/6/146217]. Wollen wir nun deswegen eine Alterskontrolle für Schleckzeug?

Am Computer spielen die Kinder mit virtuellen Waffen und kämpfen gegen Bits und Bytes. Im Militär hingegen werden unsere jungen Erwachsenen an echten Waffen und im echten Töten ausgebildet. Der Täter von Höngg hat den Umgang mit der Waffe im Militär gelernt, vom Militär hatte er auch seine Waffe. Der Amokläufer von Erfurt war in zwei Schützenvereinen und ist nur dadurch in den Besitz einer echten Waffe gelangt. Man kann in einem Computerspiel nicht das Töten und den Umgang mit einer echten Waffe erlernen, genauso wenig wie ein Rennspiel die Fahrschule ersetzen kann. Eine virtuelle Kugel hat noch nie eine Menschen getötet. Gemordet wird mit echten Waffen. Ein Schutz der Bevölkerung, der auf Basis von Computerspielen ansetzt ist wirkungslos, Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Wollte man der Logik der Computerspielgegner folgen, müsste man nicht gegen Spiele vorgehen, sondern gegen Waffenbesitz, gegen Schützenvereine und gegen das Militär. Doch offensichtlich erscheint es gewissen Kreisen nur politisch opportun, gegen angeblich jugendverderbende Computerspiele vorzugehen, und die Augen vor den wahren Gefahrenquellen zu verschliessen. Die Piratenpartei will nicht Schützenvereine verbieten, aber sie besteht darauf, dass die Verhältnismässigkeit gewahrt wird, alle Gefahrenquellen berücksichtigt werden, abhängig von der realen Gefahr entscheidet, die tatsächlich von ihnen ausgeht, und nicht willkürlich aus emotionalen Gründen gegen das vorgeht, was einzelnen moralisierenden Politikern als «anstössig» erscheint.

Die guten Wirkungen von «Killerspielen» hingegen sollten auch erwähnt werden. So verbessern Killerspiele beispielsweise die Sehfähigkeit [Telepolis: Killerspiele verbessern die Sehfähigkeit http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30030/1.html], sie verbessern sensomotorische Reaktionen und Hand-Auge-Koordination, sowie die Orientierung im Raum. Selbst wenn Computerspiele die Aggressivität erhöhen, so ist ein kurzfristiger oder leichter Anstieg von Aggressivität nicht schlechtes. Nur gegen eine wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesene signifikante und nachhaltige Schädigung müssten überhaupt Massnahmen ergriffen werden.

Fazit: Herr Näf ist ein Extremist, der mit einem an ein religiöses Dogma grenzenden Fanatismus gegen Spiele kämpft, deren tatsächliche Jugendgefährdung höchst umstritten ist. In Inhalt und in der unprofessionellen, reisserischen Aufmachung erinnert die Seite des VgmG [VgmG: Verein gegen mediale Gewalt http://vgmg.ch] sehr an diejenige des VgT [VgT: Verein gegen Tierfabriken http://vgt.ch]. Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Extremisten die politische Agenda diktieren und unsere Politik bestimmen. Herrn Näfs Forderungen sind ohne Massnahmen vollumfänglich zurückzuweisen.
10 Kommentare
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Ich hatte mal mit Herrn Näf nen Mailwechsel.. wir sind die Haare zu Berge gestanden wie der argumentiert XD

Der Verein gegen Tierfabriken deckt immerhin Missstände auf und hat noch einen Sinn, aber dem seine Billigkopie kämpft gegen was das gar nicht existiert.
Manuel Sahli - AL 2. Februar 2010 Verstoss melden
Ich find den Grossteil Deiner Aussage gut, jedoch bin ich etwas vorsichtig wenn man andere Kreise wie 'Militär' oder 'Schützenvereine' mit einbezieht.

Die Argumentationen sollten ohne diese Vergleiche auskommen. Weil wir sonst ähnlich abrutschen wie der unfachmännische Herr Näf, da es ihm mehr um billige Profilierungsversuche geht als um tatsächliche Anliegen.

Viele Videospiel Fans waren in Schützenvereinen und im Militär und sind ein wohlerzogener und anständiger Teil der Gesellschaft.
Dino Ebener 3. Februar 2010 Verstoss melden
Ich möchte noch anfügen: Wenn wir vergleiche ziehen dann können wir das auch folgendermassen:

An vielen Wochenenden finden sogenannte LAN-Partys statt. Wo sich unzählige Gamer treffen um sich in virtuellen Schlachten zu messen. Ich habe persönlich schon viele dieser Veranstaltungen besucht und habe nicht einmal von einem gewalttätigen Vorfall gehört. Noch nie habe ich gesehen, dass sich gegenseitig in die Haare gekriegt haben und die Fäuste flogen.

Szenenwechsel, irgend eine Party wo der Alkohol in Strömen fliesst. Praktisch jedesmal muss die Security eingreifen weil es zu Schlägereien oder Vandalismus kommt.

Wo bleibt das Verbot von Alkohol? Ist die Lobby zu stark und keiner wäre so dumm seine Politikkarriere mit sowas zu opfern? Sind wir deswegen ein Haufen Häuchler oder wollen wir die mündigen Bürger nicht bevormunden? Die einen tun das, die anderen kommen mit hirnrissigen Vorstössen zum Verbot von Videospielen. Interessante Geschichte aus diesem Betrachtungsweise.
Dino Ebener 3. Februar 2010 Verstoss melden
Hallo Dino E

Ich spreche darum die Schützenvereine weil diese im Gegensatz zu den Computerspielen über eine unglaublich starke Lobby verfügen.

Es ist ein Zeichen von Schwäche, wenn jemand Computerspiele bekämpft, sich aber nicht an Militär und Schützenvereine heran wagt. Immerhin findet dort eine Ausbildung an echten Waffen statt, und über diese Institutionen kann man auch tatsächlich an Waffen heran kommen.

Fakt ist, die Militärwaffen werden immer wieder verwendet, um Menschen zu töten. Der Tat von Höngg wäre ohne Militär nicht möglich gewesen. Ohne Computerspiele hingegen schon. Ich könnte natürlich auch von Victorinox sprechen, die Messer verkaufen, mit denen man töten könnte, oder von Husqvarna mit ihren Motorsägen. Du hast völlig recht, das tut nichts zum Thema. Rein emotional finde ich den Vergleich mit Militär und Schützenverein aber nicht schlecht. Menschen die Spiele verbieten wollen, erreicht man nicht über die Vernunft, vielleicht kann man sie wenigstens emotional erreichen. ;-)

Mit Deinem zweiten Beitrag hast Du schon recht, aber fordere bitte nicht auch noch ein Alkoholverbot. :-( Ich fordere dafür kein Verbot von Militär und Schützenvereinen, jedenfalls nicht wegen den Amokläufern. ;-)
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Sehr richtig und ich störe mich auch extrem an diesen Dingen - starke Lobby = unantastbar. Nach dem Amoklauf in Deutschland musste eine Intel Game Night abgesagt werden aber die Waffen-Messe konnte durchgeführt werden. ich find das absolut Geschmacklos und unterste Schublade, nicht das Durchführen aber vielmehr diese Doppelmoral einiger Leute.

Ich würde das nicht direkt so ausschliessen - bei der Tat in Höngg war es wohl wirklich eine "Gelegenheitsaktion"

Hier müsste aber die ganze psychische Evaluation in Frage gestellt werden. Auch sollten AdA's über keine Munition verfügen - ist natürlich leicht gesagt, ich weiss.

Ich würde aber Taten nicht als 'unmöglich' bezeichnen - wenn jemand den Drang verspürt zu töten, wird er das tun - ob mit oder ohne Ordonanzwaffe. Der Mensch geht immer den Weg des gerinsten Widerstands. Man sollte allenfalls hinterfragen wen man in den Militärdienst schickt und wen nicht. Selbiges gilt für Schützenvereine, speziell wenn es um das Abgeben von Waffen geht.

Wie du schreibst kann so ziemlich alles Zweckentfremdet werden, wenn ich nun jemanden mit einem Stuhl erschlage rennt auch keiner zu Ikea und sagt , Modell "Knut" muss weg weil es zu Gewalttaten kam. Für mich bleibt ein Gewehr in erster Linie ein Sportgerät, ich weiss diese Meinung wird nicht von allen geteilt und man müsste den Erwerb und den Besitz extrem einschränken.

Ich würde nie ein Alkoholverbot fordern, weil ich in keinster Weise die Bürger dieses Landes bevormunden will. Es soll ein Denkanstoss an jene sein die nach einem Verbot von Spielen schreien, weil das für mich Doppelmoralisten sondergleichen sind.
Dino Ebener 3. Februar 2010 Verstoss melden
Das Beispiel mit der Lanparty und der Waffenmesse zeigt, wie schief und dumm das Denken mancher Politiker ist.

Persönlich bin ich eher gegen Waffen, habe auch kein Militär geleistet (als Killergamer!). Andererseits bin ich auch gegen allzu viele Verbote und Beschränkungen.

Ich glaube nicht, dass ein generelles Waffenverbot die Kriminalität wesentlich senken würde, weil man sich für geplante kriminelle Taten ohnehin keine legalen Waffen besorgt. Das Wegschliessen von Waffen würde aber vermutlich Taten aus dem Affekt verhindern. Der Zugang zu Waffen sollte von daher auch nicht allzu leicht sein.

Von Computerspielen hingegen geht keine Gefahr aus.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Würd ich so nichtmal sagen, vergleich mal die Waffen pro Kopf von Deutschland und der Schweiz und danach die Schulpsychologen.

Ich würde nicht soweit gehen Waffen zu verbieten aber deren Abgabe und Verkauf muss klar geregelt sein. Dasselbe gilt für Munition.

Taten aus dem Affekt kann man mit dem wegschliessen nicht verhindern, das wäre eine Scheinsicherheit die wir uns nicht wirklich leisten können und sollten.
Dino Ebener 3. Februar 2010 Verstoss melden
Genauso wie Spielebeschränkungen eine Scheinsicherheit sind, falls überhaupt jemand so blöd sein sollte, sich durch Spieleverbote mehr Sicherheit zu erhoffen.

Gehen wir die Probleme lieber bei der Wurzel an: Gute psychologische Betreuung für labile Jugendliche, eine allgemeine Verbesserung der Bildungsqualität und dadurch bessere Zukunftsperspektiven für alle.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Unterschätze nie die Dummheit vieler Menschen in einer grossen Gruppe ... oder so ähnlich hat mal wer vor Jahren gesagt und es hat sich kein Stück verbessert.

Ich bin mir sicher es würde Leute geben die sich eine gewisse Sicherheit vorgaukeln.

Genau das ist der Punkt - Man hat keine Zeit mehr für die Kinder, man setzt ihnen keine Grenzen, man befasst sich nicht mit ihren Problemen - eine frustration und perspektivlosigkeit macht sich breit und jeder der 1+1 zusammenzählen kann, weiss wie schnell das in Gewalt umschlagen kann. Da ist es egal ob jemand Egoshooter oder Schach spielt.

Das verlangen nach einem Verbot erachte ich als gefährlich.
Dino Ebener 5. Februar 2010 Verstoss melden
Darum bin ich für eine Stärkung der Bildung, eine Erhöhung des Niveaus der Schulen. Kinder müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen und sie brauchen ein Bildung, die ihnen eine gute Zukunft sicher. Für labile Jugendliche muss es kompetente Betreuung geben, falls die Eltern versagen. Auch wenn der Staat nicht die Eltern ersetzen soll, auch wenn die Eltern ihre Pflicht übernehmen müssen, so sollte doch der Staat ein Netz bieten für die Jugendlichen, die von ihren Eltern fallen gelassen werden. Es ist tragisch, wenn das Elternhaus das Schicksal der Kinder prädestiniert. Jedes Kind hat ein Recht auf optimale Entwicklung und optimale Förderung.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
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Mit diesem Beitrag möchte ich "nur" den Nutzen und den Unnutzen von Gewaltspielen hören.

Bitte weichen sie nicht in andere Themen ab oder machen sie keine einfachen Aussagen wie: "Ein Verbot ist schlecht, weil es eine Einschränkung ist".

Damit macht man es sich zu einfach und wir als Politiker können den Nutzen oder den Unnutzen nicht abwägen.

Danke für eure Teilnahme.
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Auch ich habe früher gelegentlich ein sogenanntes Killerspiel gespielt, ohne dabei irgendwelche Formen der Aggresivität entwickelt zu haben, die auf diese Spiele zurückzuführen sind.
Allerdings würde ich die Fragestellung dringend ausweiten! Was ist der Sinn, überhaupt gewaltverherrlichende Medien zur Konsumation bereitzustellen? Das TV-Publikum begnügt sich heute damit, neben sinnlosen und vor allem anspruchslosen Kochsendungen, sich täglich mit Mord -und Totschlag volllaufen zu lassen. Wenn es einer Flucht aus dem Alltag gleichkommt, muss man sich grundsätzlich fragen, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.
Ein Verbot von Killerspielen als Lösung all unserer Probleme zu bezeichnen, welche die Zahl der Amokläufe verringert, halte ich für grundsätzlich falsch. Auch wenn Verbote durchgesetzt würden, gäbe es mehr als genug Wege, um auf illegale Weise an solch ein Spiel heranzukommen. Ein Kinderspiel sozusagen... Probleme würden damit keine Gelöst, ebensowenig wie mit dem Minarettverbot oder der Idee eines Burqaverbotes...
Wir müssen vor allem die Probleme in unserer Gesellschaft bekämpfen, bevor wir uns mit einer Symptombekämpfuing begnügen, welche ein Verbot von sogenannten Killerspielen eben darstellt.
Beste Grüsse
Charlie Schnyder von Wartensee
Charles Schnyder von Wartensee - CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax: Wenn Sie die Meinungs- und Informationsfreiheit ernst nehmen, stellt sich Ihre Frage für den Staat gar nicht. Genau wegen Ihrer Denkweise wurde Anfang letztes Jahrhundert sogenannte Schundliteratur verboten. So wie man heute über die damalige Angst vor "schlechten Einflüssen auf die Jugend" durch die Schundromane nur lachen kann, wird man in hundert Jahren über die heutige (eigentlich gleiche) Diskussion lachen.
Es darf nicht sein, dass der Staat beurteilt, welche Medien "es braucht" bzw. "sinnvoll sind" und welche nicht. Wenn er es tut, betreibt er nichts anderes als China: Zensur.
Der Staat darf meinetwegen warnen und Jugendschutzempfehlungen machen, aber verbieten: Nein. Die erwachsenen Konsumenten sind selber in der Lage zu beurteilen, was sie "brauchen" – eine staatliche Bevormundung "brauchen" sie nicht.
David H - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
Ich denke dass diese Fragestellung der Problematik selbst ausweicht, denn es geht eben gerade um den Grundsatz, ob zensiert werden soll oder nicht, und der geht ohnehin über die Kampfspielediskussion hinaus. Ich könnte auch Fragen, warum "Mein Kampf" in den Bibliotheken aufbewahrt wird. Ist doch auch gewaltverherrlichend, und gemessen an seinem Wissenschaftlichen Wert schon fast im Minusbereich. Die Antwort ist so simpel wie einfach: Weil es einfach dazu gehört, weil alles andere Selbstverleugnung ist.
Ob Britney Spears' neuer Hit, Picassos Kubismus oder der Papst in irgend einer Form nützlich sind, lässt sich daher in gleicher Form beantworten. Kulturgüter mit einem messbaren Nutzen etikettieren zu wollen könnte ein langer unf mühevoller Job werden....
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
Die Frage ist falsch und wie ich finde etwas peinlich. Es sollte offensichtlich sein, das dies eine Umkehr der Beweislast darstellt.

Die Grundannahme ist nicht, dass etwas verboten sein muss wenn dessen 'Nützlichkeit' nicht belegt ist. Warum braucht es den Music Star, Heckspoiler oder Weihnachtsdekoration?

Diejenigen die etwas verbieten wollen müssen zeigen, dass es eine negative Auswirkung hat, dass die Massnahme funktioniert, proportional ist, mit weniger Einschnitten in die Rechte anderer gemacht werden können, etc.
Zoon Politikon 2. Februar 2010 Verstoss melden
Viele wehren sich gegen ein Verbot von Musik - jedoch konnte noch kein Kritiker ein Argument liefern, warum es Musik und Tanz überhaupt braucht

Mit diesem Beitrag möchte ich "nur" den Nutzen und den Unnutzen von Musik hören.

Bitte weichen sie nicht in andere Themen ab oder machen sie keine einfachen Aussagen wie: "Ein Verbot ist schlecht, weil es eine Einschränkung ist".

Damit macht man es sich zu einfach und wir als Politiker können den Nutzen oder den Unnutzen nicht abwägen.

Danke für eure Teilnahme.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@David H.

Es geht hier um gewaltverherrlichende Spiele, die Jugendlichen
zur Verfügung gestellt werden. Die Erwachsenen können selber entscheiden, welchen Medien sie sich ansehen oder nicht.

Verbote sind immer eine Art Bevormundung, ob für Raser, für Raubkopierer - dies ist nicht die Frage.

Bei Ihnen habe ich kein Argument für Gewalt gefunden.

@Mé LA
Die Frage stellt sich hier nach dem Nutzen oder der Gefahr von Gewaltdarstellung

Ausserdem haben Spiele und Bücher nicht die gleiche Wirkung auf den Beobachter.

Hier konnte ich kein Argument für Gewalt herausnehmen.

@ALi Arbia

Die Frage, ob Gewalt Nutzen oder Gefahr ist, ist sicher nicht peinlich, denn die Abwägung muss der Staat bei jedem Verbot machen.
Zudem stellt sich hier nicht die Frage nach Verboten von Heckspoilern oder Musikstar.

Man muss sich einfach kritischer mit den Medien auseinander setzen, bevor sie etwas herausgeben.

Ich habe leider "kein Argument für Gewalt" gefunden

@Marc Wäckerlin

Einfach nur peinlicher Beitrag.

Sie sind sich der Ernsthaftigkeit dieses Problems nicht bewusst.
Vielleicht lernen sie das noch, wenn sie sich selber einmal mit richtigen Themen in der Politik befassen.

Leider habe ich auch "kein Argument "für Gewalt gefunden.

Gygax Marcel - CVP 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax
"Die Frage, ob Gewalt Nutzen oder Gefahr ist, ist sicher nicht peinlich". Die These bezog sich auf Gewaltspiele, nicht Gewalt an und für sich. Soll nun das Thema geändert werden?

Ich sage nur, wer verbieten will muss die Beweise bringen, nicht die anderen den Nutzen belegen von dem was verboten werden soll. Das ist nun wirklich nicht so schwer zu verstehen und wie auch die anderen Beispiel zeigen Standard und nicht Ausnahme.
Zoon Politikon 2. Februar 2010 Verstoss melden
Werter Herr Gygax, noch ein Versuch: Ja, "es" braucht sie nicht, die Gewaltspiele. Aber: Es gibt Leute, die möchten solche Spiele spielen, und dies allein genügt für ihre Daseinsberechtigung. Es braucht keine "Argumente für Gewalt", so wie es keine "Argumente für Musicstar" braucht. Meinungs-, Medien- und Kunstfreiheit sind Grundrechte (1. Kapitel unserer Verfassung), die keine weitere Rechtfertigung benötigen.

Wenn Sie ein Verbot in Erwägung ziehen wollen (und ja: hier geht es um Verbote, nicht um Jugendschutzbestimmungen), dann müssen Sie triftige, überprüfbare Argumente einbringen, wieso diese Menschen gefährden. Oder sonst schweigen Sie besser und überlassen die "richtigen Themen in der Politik" jenen, die ein weiterentwickeltes Staatsverständnis (und einen Sinn für Ironie) haben.
David H - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Herr Gygax

Die Argumentation, dass Ihnen niemand belegen könne, welchen Nutzen Gewaltspiele hätten, zielt ins Leere.
Mir fallen spontan diverse Produkte und Aktivitäten ein, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass gewisse Leute Spass daran haben (bspw. Flugshows, Motocross oder Fastfood à la McDonalds). Im Unterschied zu "Gewaltspielen" ist bei den genannten Beispielen nicht nur kein gesellschaftlicher Nutzen erkennbar; die negativen Einflüsse (auf Umwelt oder Gesundheit) sind darüber hinaus auch absolut klar. Dennoch wird hier kein Verbot gefordert (oder zumindest nicht ernsthaft).

Gewaltprävention ist durch Verbote kaum zu erreichen; viel wichtiger wäre die Förderung von sozialen Kompetenzen, die es den Nutzerinnen und Nutzern solcher Angebote erleichtern, ihren Gehalt kritisch zu hinterfragen und sie in ihre Lebenswelt einzuordnen. Das ist zwar schwieriger und kurzfristig wohl auch kostspieliger, als ein Verbot auszusprechen. Längerfristig ist es aber der einzig gangbare Weg.
Matthias Fiechter - Parteilos 2. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, Sie sagen dass Bücher nicht mit Spielen zu vergleichen sind. Sie haben Recht. Bücher können Ideologien vermitteln, können überzeugen, können lügen. Fragt sich nun welches gemessen an seinem "Gewaltpotential" gefährlicher ist...
Ich sehe einen Nutzen in der möglichst realistischen Darstellung von Gewalt darin dass man nicht vergisst dass es sie gibt.
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
Der Nutzen eines Videospiels mit gewalttätigem Inhalt? Es macht ganz einfach Spass, sich beispielsweise mit Freunden in einem Online-Shooter zu messen oder gemeinsam in einem Team-Deathmatch gegen eine andere Mannschaft anzutreten. Mehr nicht - und mehr ist auch nicht erforderlich. Es geht hier immerhin um eine realiter(!) gewaltfreie Freizeitbeschäftigung für Erwachsene.

Klar, man könnte auch in die Oper, ein Buch lesen, mit den erwähnten Freunden in eine Bar gehen oder mit der Freundin einen Film anschauen. Das alles mache ich ebenfalls regelmässig - ich es ziehe aber vor, selber zu bestimmen, was mir wann gerade Spass macht, oder eben: "nützt".

Sie verlangen im Übrigen den Nachweis das "Nutzens", ohne aber überhaupt die Notwendigkeit eines Verbotes, geschweige denn die Verhältnismässigkeit dessen zu begründen! Vielleicht sollten Sie die Voraussetzungen für den Erlass staatlicher Ver- und Gebote mal etwas genauer anschauen.
Oliver aus Zürich - jf 2. Februar 2010 Verstoss melden
Hmm Herr Gygax schwebt Ihnen etwa eine Gesellschaft vor in der nur das was nutzt, erlaubt ist? In der Umkehrung wäre dann alles verboten, was keinen klaren Nutzen (für wen? den Staat?) bringt ? Oder würden Sie nur verbieten lassen, was aufgrund von vereinfachten Kausalketten potentiell gefährlich sein könnte? (Das wurde in der Geschichte bereits mit Büchern, Filmen, Videos, You Tube etc. gemacht: Je nach Zeitalter, Generation und moralischem Empfinden.)
Computergames mögen zwar von uneingeweihten Menschen als Kitsch empfunden werden, als geschmacklos oder als Zeitverschwendung, sie sind aber Kulturgut unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die an Freiheit glaubt, lässt kulturelle Äusserungen uneingeschränkt zu und schreitet nur dort ein, wo tatsächlich Gesetze oder Verfassungsrechte tangiert werden. Darum muss nicht bewiesen werden, dass Spiele mit Gewaltthematik Nutzen bringen, sondern dass sie tatsächlich Ursache von Gewalt sind. Dieser Beweis, das kann ich Ihnen als lic. phil mit Nebenfach Publizistik garantieren, konnte bisher weder schlüssig gemacht werden, noch wird dies jemals gelingen. Zu viele Variablen sind hier einzuberechnen. Somit kann Ihnen auch bei einem Verbot niemand garantieren, dass es nicht zu Amokläufen an Schulen kommen wird. Was wäre denn dann Schuld am Amoklauf? Sicherlich nicht ein vereinfachter Zugang zu Waffen oder eine Vernachlässigung der Erziehung oder in der Schule ignorierte psychische Probleme der Täter. Das wäre ja zu weit hergeholt.
Martin Luchsinger - Gemeinderat Zürich, GLP 2. Februar 2010 Verstoss melden
Was sind "Gewaltspiele"? Meinen sie Spiele, in welchen man Punkte bekommt, in dem man einen Gegener "tötet"?
Ich möcht hier betonen, dass mann in einem Computerspiel niemanden töten kann, da nichts lebt, ansonsten müssten sich viele Spieler wegen Mordes vor Gericht verantworten müssen. Man sollte also klar zwischen Realitat und Spiel unterscheiden können.
Ich weiss leider nicht, wie umfangreich ihr wissen über die heutigen Spiele ist, aber ich denke mal sie kennen "Mario"? Er war seit meinen ca 6. Lebensjahr auf diversen Konsolen ein ständiger Begleiter gewesen und auch heute gehören die Mario-Spiele durchaus zu meinen Favoriten. Ziel des Spiels ist es sich durch eine Welt duchzuschlagen um irgendetwas oder irgendwen zu retten. Nebenbei "tötet" man diverse "Monster" in dem man ihnen zum Beispiel auf den Kopf springt und sie im wahrsten sinne des Wortes platt macht. Auch ein Spiel das Verboten weren müsste?
Vermutlich geht es Ihnen aber doch eher um die sogenannten Egoschooter. Es ist die gemeinläufige Meinung, dass das Hauptziel ist, seine Gegner zu "töten", was nur bedingt stimmt, es gibt auch Spielvarianten, in denen das töten des gegnerischen Teams zum Sieg führt, aber nicht das Hauptziel ist.
Oder meinen Sie mit Gewaltspiel gar, wenn Kinder mit Waserpistolen im Sommer sich gegenseitig beschiessen?
In den meisten Spielen, ist Gewalt ein zentrales Thema, manchmal direkter (das schissen mit "Waffen" aufeinander), manchmal indirekter (man springt einer Schildkröte auf den Panzer).
Nun, die eigentliche Frage, sollte nicht heissen, ob "Gewaltspiele" von nutzten sind oder nicht, sondern "Gewalt" im eigentlichen, in welcher Form auch immer. Nun, lesen Sie Geschichtsbücher und fragen sie sich, ob Gewalt einen Nutzen hat. Gewalt hat immer dazu geführt, dass sich die Menschen weiterentwickelt haben. Prügeleien auf dem Pausenplatz zeigen uns die stärkeren Kinder welche vermutlich unsere künftigen Führungspersönlichkeiten werden. Man müsste mal fragen, wie sich unsere heutigen "Top-Leute" in ihrer Kindheit und Jugend so verhalten haben, wenn ich so höre, was "ältere" mir am Stammtisch erzählen, dann waren die alle nicht viel besser wie die heutigen und geschadet hats ihnen offensichtlich nicht.
Gewalt hat anscheinend doch einen "Nutzen", nämlich die "Aussortierung" der schwachen (ich weiss, klingt etwas Radikal).
Nun, Spiele dienen dazu, Konflikte und Rivaliäten auszutragen. wieso also nicht an einem Regentag oder Wintertag wenns viel zu kalt ist, drinnen am PC oder er XBox sitzen und mit Freunden eine Runde "Räuber und Poli" zocken? Halt mal ohne Wasserpistole, sondern mit paar sich bewegenden Pixeln.
Also nötig, nein, aber einen Nutzen, ja, könnte man so sagen.
Oliver Sowinski 3. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Marcel Gygax

Ich glaube, Sie haben mittlerweile einen schönen Fundus an Antworten erhalten. Hoffentlich werden Sie damit etwas intelligenter umgehen als Ihr Sinnesgenosse Roland Näf.

Damit Sie auch noch meine Gedanken zu Ihrer Frage kennen:
Ich spiele gerne Actiongames oder „Gewaltspiele“ weil sie mir ermöglichen, in eine virtuelle, fantastische Welt zu entfliehen, die keine Grenzen und keine Gesetze kennt. Wie ich bei einem Autorennspiel mit 200 Sachen durch eine virtuelle Stadt rasen kann, im Wissen , dass reell niemand zu Schaden kommt, kann ich auch im Kampf gegen Terroristen, Zombies, Aliens oder irgendwelcher Gegner drauf schiessen, ohne dass ich jemandem wirklich gefährlich werde. Ich kann in dieser virtuellen Welt Grenzen überschreiten, die ich in Realität nicht erleben will oder kann. Oder ganz einfach ausgedrückt: Einmal selbst James Bond zu sein. Unterstellen Sie mir aber bitte nicht, gewalttätig oder ein Raser zu sein oder gar Minderwertigkeitskomplexe zu haben, weil ich mich in der reellen Welt nicht zurecht finde. Das Gamen ist ein Ausgleich zu meinem verantwortungsvollen Führungsjob in der Firma, der - im Gegensatz zum Spiel - keine Fehler zulässt.

Ohne Psychologe zu sein, denke ich, dass Gewalt eine Emotion ist, die im Menschlichen Wesen ebenso eine Stelle innehat wie Liebe, Empathie oder Hass. Oder wie erklären Sie mir, dass Homer vor über 2000 Jahren in der „Ilias“ bis ins letzte Detail rausspritzende Gedärme beschrieben hat? Ilias ist definitiv nicht ein antikes Anatomie-Lehrbuch, gehört aber trotzdem an vielen Gymnasien zum Pflichtstoff! Wie kommt es, dass sich die alten Römer in Scharen von zehntausenden an blutrünstigen, reellen und tödlichen Gladiatorenkämpfen unterhalten haben? Warum wurde Ötzi von einem Mitmenschen verfolgt und erschlagen? Gewalt gab es immer und wird es immer geben. Die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Wenn Sie die vorangehenden Antworten auf Ihre Frage jeweils mit:„Hier konnte ich kein Argument für Gewalt herausnehmen“, beantworten, impliziert dies, dass Sie keine Antwort nach dem Nutzen von Actiongames gesucht haben, sondern nach dem Nutzen von Gewalt. Für diese Frage können Sie auch jemanden sonst fragen, nicht zwingend ein Gamer.

Es wurden schon von den Vorpostern interessante Fragen an Sie gestellt, die Sie hoffentlich beantworten werden.

Eine Anmerkung zum Schluss (auch das wurde schon gesagt): Würden alle Politiker Nutzen und Unnutzen abwägen, in der Neigung, zu verbieten was nicht nützt, müssten auch Alkohol, Tabak, Sex aus Vergnügen etc. verboten werden!
André Burkhard 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Andre Burkhard

Für Sie ist ein "Entfliehen aus der Realität" eine vertretbare Einstellung.
Für mich gibt es jedoch gescheitere Möglichkeiten, um der Realität zu entfliehen. Z.B. Ausflüge in die Natur.

Zu den Verboten, muss man erwähnen, dass Alkohol unter 16 Jahren, oder Tabakkonsum schon verboten wurde.

Der Tabak- und Alkoholkonsum ging dadurch zurück!

Hier hat man auch den Nutzen und die Gefahr abgewogen, und musste feststellen, dass es Verbote und Prävention braucht,

Leider kann man Jugendlichen in einem gewissen Alter nicht alles zumuten und man muss abwarten bis diese mündig sind.
Die Mündigkeit wurde nicht von mir festgelegt - es waren Politiker, die Nutzen und Schaden mit einander abgewogen haben.

Oder finden Sie es nützlich, wenn Jugendliche mit z.B. 14 Jahren schon rauchen, sich betrinken??

Dazu braucht immer verschiedene Massnahmen, unter anderem auch Verbote, Erziehungshilfe bei den Eltern, Sanktionen bei Verkaufsstellen, Aufklärung.





Gygax Marcel - CVP 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Peinlich sind hier nur Sie, wie sie sich mit einer Fragestellung ins Forum wagen, die so unüberlegt ist, dass es unmöglich ist, eine ernst gemeinte Antwort zu geben.

Meine Antwort, die logischerweise subersiv ist, weil man Extremisten nicht anders begegnen kann, als subversiv, hat sogar einen realen Hintergrund: Die Taliban, welche mit ähnlicher Argumentation wie der Ihren Musik und Tanz verbieten. Da zeigt sich eben, dass sich islamischer und christlicher Fundamentalismus nur marginal unterscheiden.

Aber es hätte mir klar sein müssen, dass Sie eine solche Anspielung nicht zu verstehen in der Lage sind. Ich entschuldige mich dafür, dass ich Sie überschätzt habe.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Sind Sie denn für Jugendschutzbestimmungen bei Games oder für generelle Verbote? Die meisten hier befürworten Jugendschutzbestimmungen bei Games, und ich befürworte sie auch bei Alkohol und Tabak (obwohl es im Kanton Zürich soviel ich weiss keine Jugendschutzbestimmungen beim Tabak gibt). Wie bei den Games lehne ich aber auch beim Alkohol, beim Tabak und auch beim Cannabis Verbote für Erwachsene ab.
David H - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Man kann nicht alle Spiele in einen Topf werfen, Darum geht es mir nicht.

Mir ist ein Anliegen die jungen Menschen vor extremer, brutaler Gewaltdarstellung, die nicht spurlos bleibt, zu schützen.

Zudem sind weitere Massnahmen wie Aufklärung in Schulen und bei den Eltern ein Ansatz.

Natürlich finde ich es besser wenn junge Menschen sich mehr anderen Freizeitaktivitäten, wie Sport, Vereine oder "Etwas mit den Eltern untenehmen" zuwenden.

Mir geht es um eine vernünftige Beschäftigung der jungen Menschen und klar nicht um eine Bevormundung von Erwachsenen.
Gygax Marcel - CVP 4. Februar 2010 Verstoss melden
Natürlich! Jugendschutz hat oberste Priorität, da hat Marcel Gygax durchaus Recht! Wenn ich an Titel wie Postal denke, überkommt mich das Schaudern. Solche perversen und gewaltverherrlichenden Spiele gehören nicht auf die PCs der Kinder. Allerdings darf man etwas nicht vergessen: Verbote bringen in dieser Hinsicht relativ wenig. Ein solches Spiel kann ohne weiteres vom Internet gezogen und konsumiert werden, ich würde jetzt sogar mal ganz frech behaupten, dass es für mich (bzw für ein Kind) einfacher wäre an solch einen Titel zu kommen als an harte Drogen.

Wenn wir konsequent wären, würden wir alle gewaltverherrlichenden Medien verbieten, sowohl Filme, Games wie auch Musik. Solch eine Forderung habe ich allerdings noch nicht vernommen. Daher finde ich es auch ein wenig scheinheilg, sich für ein Verbot von Killergames einzusetzen und am Abend CSI Miami oder Saw IV zu schauen.

Mir kommt es so vor, als versuchte man in Killergames einen Sündenbock für Gewalttaten jeglicher Art zu suchen.
Sie mögen ein Faktor bei gewissen psychisch labilen Menschen sein, sicher aber nicht der Hauptgrund für ihre Krankheit. Darum finde ich ein Verbot von Killerspielen als reine Symptombekämpfung relativ sinnlos.

Ein sinnvoller und wirksamer Jugendschutz muss her, kein blosses Verbot.

Und überhaupt: definiere mir mal einer den Begriff Killerspiel. Fallen Titel wie Age of Empires in diese Kategorie? Dort habe ich bereits ganze Völker ausgerottet um das Spiel zu gewinnen... Nein, ein Verbot bringt nicht viel. Ein wirksamer Jugendschutz muss her.
Charles Schnyder von Wartensee - CVP 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Ein bisschen Anstand hätte ich auch von Ihnen als Politiker erwartet, bevor sie das Wort d..m. in den Mund genommen haben.

Ich befasse mich lediglich mit einer Frage, die die meisten Politiker nicht getrauen zu stellen.

Zum Beispiel:" Was ist der Nutzen von Gewalt in Spielen"

Einige Leute können diese Frage halt nicht beantworten und kritisieren lieber oder gebrauchen solche Wörter wie sie.

Bitte bleiben sie mit ihren Beispielen in der Schweiz und lenken sie nicht mit den Taliban ab.

Ich sorge mich um das Wohl unserer Schweiz.
Gygax Marcel - CVP 4. Februar 2010 Verstoss melden
Zum Beispiel:" Was ist der Nutzen von Gewalt in Spielen"

Ganz einfach: KEIN SINN

Ebensowenig wie die Gewalt in SAW IV oder CSI Miami und und und...
die Liste lässt sich endlos weiterführen.
Allerdings scheint im Menschen ein Bedürfnis vorhanden zu sein, sich solchen Käse anzuschauen.
Es wird eine gewisse Spannung aufgebaut und man will wissen wie es weiter, bzw ausgeht.
Wer kann wirklich von sich behaupten, ein spannendes Leben zu führen?
Vielleicht suchen wir mit diesen Filmen und Games einen Ausgleich zu unserem Leben. Wie eine Art Sport. So wie ich zB am Abend vielleicht gerne nocht eine Nargileh rauche. Der Sinn dahinter ist durchaus fraglich, aber bei mir werden irgendwelche Glückshormone ausgeschüttet und ich fühle mich wohl.
Jo hilf Dir das weiter ;)
Charles Schnyder von Wartensee - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, Sie werden hier nicht kritisiert, weil sie sich über den Nutzen von Gewalt in Spielen Gedanken machen, sondern weil Sie unnütze Dinge anscheinend einfach verbieten wollen und Ihnen also anscheinend die persönliche Freiheit ähnlich wenig Wert ist wie den Taliban. Diese verbieten auch Musik und Drachensteigen, weil es nichts nützt (und nur vom Beten ablenkt).

Übrigens: Ich kenne viele Jugendliche, die Gewaltspiele spielen, aber alle diese Jugendlichen treiben auch viel Sport, gehen in Vereine, jassen, unternehmen Dinge in der Natur, helfen ihrer Grossmutter, werden sogar Pfadileiter, usw. Gamen ist eine Tätigkeit unter ganz vielen. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, die Jugendlichen würden nichts "sinnvolles" mehr tun, wenn sie Zugang zu Games haben.
David H - Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Manchmal muss eine Sache beim Namen genannt werden. Mich erstaunt vielmehr, dass ich der erste bin, der das war. Ihr Beitrag ist wirklich jenseits. Ein solch unreflektierter Beitrag von einem Politiker ist eine Schande. Wenn Sie alles verbieten wollen, wo man Ihnen keinen Sinn nachweisen kann, dann sind Sie wirklich nicht anders, als die Taliban. Der Sinn ist, wie bei vielen Dingen, solche Spiele machen Spass und bieten Nervenkitzel. Aber Spass verstehen Sie wohl nicht. Und was nicht Ihrer Definition von Spass entspricht, wollen sie verbieten. Und so etwas will Politiker werden. :-( Sie sollten sich in Nord Korea um die Nachfolge Kim Ilsungs bewerben, da können Sie Ihre Neigungen besser ausleben.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
Ich lasse mir nicht in den Mund legen, dass ich alles verbieten will.

Übrigens bin ich nicht der Erfinder von Verboten. Die gab es bereits vor ihrer Zeit.

Mir ist der Jugendschutz wichtig.
Gygax Marcel - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich kann absolut akzeptieren, dass es für Sie "gescheitere" Möglichkeiten gibt, der Realität zu entfliehen. Das Problem vieler Verbotsbefürworter ist, dass sie ein sehr stereotypes Bild über den Gamer zeichnen:

Ein pickeliger Teenager, aggressiv, der sich als Einzelgänger in seinem Zimmer einschliesst, Schule und Sozialleben vernachlässigt um nonstop virtuell zu töten.

Dieses Bild trifft vielleicht auf 1 % der Gamer zu. Der "typische" Schweizer Gamer ist durchschnittlich etwa 30 Jahre alt, sozial integriert und verfügt oftmals sogar über einen Hochschulabschluss und zählt Gamen zu einem von mehreren seiner Hobbys (siehe Statistiken SIEA). So kann ich Ihnen versichern, dass auch ich meine Freizeit nicht nur mit Computerspielen verbringe. Ich bin beispielsweise leidenschaftlicher Segler und gehe auch gerne Wandern. An grauen Tagen wie heute bevorzuge ich aber wie viele andere das Gamen (es ist kein Zufall, dass in den Sommermonaten jeweils nur wenig neue Games erscheinen). Auch hier kann ich mir einen Seitenhieb Richtung Roland Näf nicht verkneifen, da dieser solche Tatsachen grundsätzlich ignoriert, damit sein stereotypes Weltbild nicht zerstört wird. Ich glaube aber, dass Sie diesbezüglich offener sind.

Betreffend Alkohol und Tabak haben Sie eine erfreuliche Antwort gegeben. Um ehrlich zu sein: Die Antwort, die ich lesen wollte. Durch Aufklärung, Prävention und ein Verbot für Kinder bis 16 Jahre konnte das Problem zumindest gelindert werden. Es wäre nie ein Thema geworden, Alkohol und Tabak auf für Erwachsene zu verbieten. Wir sind uns einig: Rein rationell sind Alkohol und Tabak komplett überflüssig und richtet viel mehr Schaden als Nutzen an. Gleiches wünscht sich die überwältigende Mehrheit der erwachsenen Gamer: Aufklärung, insbesondere der Erziehungsverantwortlichen, und verbindliche Altersbeschränkungen. Dies im Gegensatz zu einem totalen Verbot eines Mediums, welches für einen erwachsenen, geistig gesunden Menschen überhaupt keine Gefahr darstellt.
André Burkhard 5. Februar 2010 Verstoss melden
Eines ist grundsätzlich falsch - einzelne Spiele aus der Palette zu nehmen und seine ganze argumentationsweise darauf aufzubauen. Ich höre begriffe wie "Postal", "Battlefield" und "Counterstrike" und oftmals wird den Titeln Sachen hinzu gedichtet welche schlicht inakkurat sind.

Ich habe in meinem ganzen Leben unzählige Spiele gespielt und getestet - einige haben Sinnvollen Inhalt, andere nicht. Gamer sind schlau genug um sehr hohe Ansprüche an Spiele zu stellen deshalt wird ein Titel wie Postal auch nie einen durchbruch erzielen und wird in sämtlichen Fachmedien an den richtigen Platz gerückt.

Oftmals fehlt die Expertise von den Teilnehmer einer Diskussion, sie kennen alles nur vom hören sagen und darauf kann keine Diskussion aufgebaut werden.

Was ist der nutzen; Spiele sind in erster Linie Unterhaltungsmedien, ähnlich wie Bücher oder Filme vermitteln sie uns eine Geschichte - nur ist diese interaktiver. Ich kann im Theater sitzen und mich der Schauspielkunst ergötzen oder ich kann das selbe mit der Grafikpracht von neuen Titeln tun. Was ist der nutzen von Unterhaltungsmedien? Sie sollen Unterhaltung bieten und als solche ist sie oftmals Opfer von persönlichen Interessen. Der eine mag Rambo, weil es ein gewisse tugenden von Superhelden hochhält. Andere wiederum lieben es Comedy Filme zu sehen, weil sie lachen wollen - über das Missgeschick von anderen. Man könnte nach lange Beispiele aufzählen.

Spiele bieten Unterhaltung, man erlebt mit ihnen eine Geschichte und dies wird seit Jahren so vermittelt. Es startet im Kinderbett mit Rotkäpchen und endet im heimischen Büro mit einem modernen Videospiel.

Es kann aber auch zu einer sportliche Motivation kommen, wenn man sich als Team, ja als Nationalmannschaft gegen andere im fairen Wettkampf misst. Was ist den Counterstrike anderes als Völkerball? Wirst du getroffen musst du raus. Auf dieser ebene des spielens geht es den jeweiligen Mitgliedern eines Teams nicht um Blut und Geballer sondern um den uralten Trieb zu gewinnen, weil es sich nunmal schön anfühlt.

Das ganze trainieren von Feinmotorik, taktischem Verständnis und logischem Denken wurde schon gesagt, auch das führen von Leuten, erfahrungen sammeln in Konfliktbewältigung innerhalt einer Gruppe kann hinzugefügt werden.

Welchen nutzen ziehe ich aus Videospielen? Ich bin an der Technik interessiert, and der Atmosphäre die aufgebaut werden kann. Ich will in die Geschichte eintauchen, es soll ein Erlebnis werden. Im Prinzip ziehe ich denselben nutzen draus wie wenn ich ein Buch in die Hand nehme und die Geschichte lese.

Wenn wir nun alles wegrationalisieren wollen was keinen Sinn macht wo enden wir dann, wer nimmt sich das Recht, und woher, zu bestimmen was für mich sinnvoll ist? Sollen wir in eine 'hypervigilance' Gesellschaft mutieren und alles verbieten was im entferntesten eine Gefahr darstellen könnte? Man wird merken, dass bald nichts mehr um uns rum wäre.
Dino Ebener 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Das heisst, Sie wollen gar nichts verbieten? Wir erfinden das nur? Wir legen Ihnen das in den Mund? Wunderbar, dann sind wir uns ja einig, dass es keine Massnahmen braucht.

Sie behaupten, sie wollten etwas für Jugendschutz tun, tatsächlich betreiben Sie nur nutzlosen populistischen Aktionismus.

Sie nützen der Jugend nicht, Sie schaden ihr nur.

Hier ein Beleg, dass Computerspiele unschädlich sind: http://www.sueddeutsche.de/wissen/451/325316/text/
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Wie gesagt, ich lasse mir von Ihnen nicht ihre Worte in den Mund legen.

Ich will Massnahmen.
Sie wollen Nichts tun.

Damit sind wir uneinig und dies ist auch politisch ok.

Gygax Marcel - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax
Viele Aktive Mitglieder hier haben nun Antworten zu ihrer Frage geliefert und auch darauf aufmerksam gemacht, dass das Nichtvorhandensein eines Nutzens noch kein Verbot rechtfertigt, zumal es bis heute nicht bestätigt ist, dass Amokläufe und Gewaltspiele in einem ganz konkreten Zusammenhang stehen bzw. dass Gewaltspiele Amokläufe auslösen können.
Konnte man Sie nach wie vor nicht überzeugen? Sind Sie immer noch überzeugt davon, dass ein Verbot sinnvoll wäre? Auch als Politiker sollte man ja das Recht haben dürfen, Argumente abzuwägen und sich eine Meinung zu bilden, auch wenn diese vielleicht nicht der ursprünglichen Meinung entspricht. Man mag das ja als Unsicherheit deuten, für mich wäre das aber ein Anzeichen dafür, dass die Person sich selbst hinterfragt, was ja prinzipiell nicht falsch sein kann...
Mé La - Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Ich will nicht nichts tun, ich will Ihre unsinnigen und unnützen Zwangsmassnahmen verhindern.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Mé La: «Nichtvorhandensein eines Nutzens» stimmt eben nicht.

Auch Unterhaltung und Nervenkitzel sind ein wichtiger Nutzen. Ein harmloses Spiel kann das nicht bieten. Ein Spiel muss schockierend, gefährlich und furchteinflössend sein, um den Adrenalinspiegel so richtig nach oben zu treiben. Es kann ja nicht jeder gleich mit Rucksackfallschirm von der Felsenklippe springen, zudem wäre das viel gefährlicher, als ein harmloses Gewaltspiel.

Ausserdem habe ich schon auf den ganz praktischen Nutzen hingewiesen, nur wurde das offensichtlich genauso stur ignoriert, wie auch alle anderen Argumente. Aber eben, bei Fundamentalisten zählen keine Argumente. trotzdem nochmals zum praktischen Nutzen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30030/1.html
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Wäckerlin
Ich schliesse mich Ihrer Position voll und ganz an! Ich wollte mich nur der Fragestellung und der Position von Herr Gygax annähern um die Frage ein wenig deutlicher zu stellen.
Mé La - Piraten 5. Februar 2010 Verstoss melden
Ich kann gut mit anderen Meinungen leben, denn das ist Demokratie.

Wenn viele das Gleiche denken, bedeutet dies nicht, dass sie es das Richtige ist. (Otto von Bismarck)

Hiermit schliesse ich die Diskussion zu diesem Thema.
Gygax Marcel - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Ich finde es schade, dass Sie sich der Diskussion nicht mehr stellen wollen.

Ich hätte - wie bereits vorstehend angedeutet - gerne von Ihnen gewusst, weshalb Sie ein Verbot überhaupt als notwendig erachten. Wohlgemerkt, ich spreche von einem Verbot von Spielen für Erwachsene (PEGI 18+), wie es Roland Näf vorgeschlagen hat.

Denn nur darum geht es hier: Niemand bestreitet, dass Spiele oder Filme für Erwachsene nicht in Kinderhände gehören. Weshalb ein Verbot auch für Erwachsene aber verhältnismässig (oder auch nur notwenig) sein soll, haben Sie bislang noch nicht erklärt.
Oliver aus Zürich - jf 5. Februar 2010 Verstoss melden
@Oliver aus Zürich: Aber ich behaupte, dass es nur sehr sehr wenige Spiele gibt, die wirklich nicht in die Hände der Jugendlichen gehören. Wahrscheinlich in etwa die Spiele, die Extremisten wie Gygax und Näf verbieten wollen. Aber wahrscheinlich nicht einmal alle davon. Shooter wie Halo, Counter Strike, GTA halte ich für total harmlos und würde sie ab 12, wenn nicht 7 freigeben.

Ich spiele gerne Spiele ab 18, aber ich wüsste keines davon, das nicht mindestens ab 16 auch geeignet wäre, wenn nicht 14, 12 oder weniger.

Mich würde mal interessieren, *welche* Spiele man denn verbieten wollte?!? Oder welche Spiele wirklich nur für Erwachsene ab 18 sind. Die meisten Kinder sind bereits mit 16 oder früher schon sehr reif.

Absolut verbieten sollte man gar keine Spiele. Allenfalls kann man einige wenige darunter nur Erwachsenen vorbehalten. Aber das sollte wirklich nicht mehr als eine kleine Handvoll sein.

In der Regel aber sollten sich die Eltern um den Medienkonsum ihrer Kinder kümmern und auch festlegen, was diese Spielen dürfen. Niemand kennt die Kinder besser, als die Eltern. Eltern müssen auch verstehen, dass Kinderkriegen eine Verantwortung bedeutet. PEGI gibt den Eltern da wertvolle Anhaltspunkte, ganz ohne Zwang und Verbote. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass Kinder mit fürsorglichen Eltern, die sie verstehen und sich um sie kümmern auch weniger Probleme im Leben haben.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin
Die Diskussion findet hier nur um eine Handvoll Spiele, die nicht in die Hände von Jugendlichen und Kinder gehören, statt.

Beim Medienkonsum bin ich mit Ihnen einig und die Eltern haben es in der Hand, den Konsum ihrer Zöglinge zu drosseln und den jungen Menschen, die wichtigen Dinge mit auf den Lebensweg geben.

Es ist legitim, dass wir eine eigene Meinung haben, jedoch ist das Wort Extremist nicht angebracht.

Extremisten machen nämlich keine Diskussionen und nehmen auch keine anderen Meinungen an.

In diesem Sinn bin ich durchaus für die Diskussion bereit.


Gygax Marcel - CVP 7. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Sind wir uns soweit einig, dass gar keine Spiele absolut verboten werden sollten?

Welche Spiele sind es denn genau, die Sie limitieren wollen?

Kennen Sie diese Spiele aus eigener Erfahrung oder nur vom Hörensagen?

Die Bezeichnung «Extremist» schloss ich von Ihren Reaktionen, insbesondere in diesem Thread, wo ich mich ja bereits darüber geäussert haben, was ich von der Fragestellung halte. Nett ausgedrückt: Abwegig, sehr sehr abwegig. Wenn Sie so fragen, müssen Sie sich über die Reaktionen nicht wundern, den das kann und darf nicht das Kriterium sein.

Es ist eben so, wie zahlreiche Studien belegen, dass auch «Schiesspiele» oder «Schlägerspiele» keinen Negativen haben, Einfluss auch nicht auf Kinder, weil für den Spieler nicht die Gewalt im Vordergrund steht so verwerflich die entsprechende Handlung in Realität auch wäre, sondern die Spannung, die Gefahr und das Überleben der Spielfigur. Man kann und darf die Spielinhalte nicht 1:1 übertragen; und selbst Kinder tun das nicht.

Ich wehre mich entschieden gegen eine Verteufelung von Spielen. Spiele sind unproblematisch, wenn sie nicht im zeitlichen Übermass konsumiert werden, das heisst wenn noch ein Leben ausserhalb der Spielwelten stattfinden kann. Denn das ist das eigentliche Problem, aber da spielt Gewalt im Spiel keine Rolle. Selbst das harmloseste Spiel kann ein Problem werden, wenn es im Übermass gespielt wird. Darum werfe ich Ihnen vor, aus Ihrer Ideologie heraus ein Scheingefecht zu führen.

Wenn es Ihnen aber nur darum geht, für einige wenige Spiele eine Beschränkung nur auf Erwachsene zu finden, wohl gemerkt eine Einschränkung, nicht ein Verbot, dann könnten wir uns durchaus noch finden. Dann würden Sie tatsächlich eine differenziertere Position vertreten als Herr Näf, der wirklich sehr fundamentalistisch argumentiert.

Wie genau sehen Sie es denn nun?

1. Welche Spiele sind betroffen?

2. Wollen Sie ein Verbot, oder nur Zugangsbeschränkungen für Minderjährige?
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin
Ich kenne einige Spiele aus eigener Erfahrung, die ich nicht gerne in jungen Händen sehen möchte.

Es gibt immer Reaktionen oder Kraftausdrücke, wenn man eine Diskussion über ein Tabuthema diskutiert. Z.B. "Was ist der Nutzen von Gewaltdarstellung in Spielen"?

Politik sollte nicht immer eine Kuschelveranstaltung sein, wobei gewisse Anstandregeln beachtet werden sollten.

Wir diskutieren hier über eine handvoll Siele, die bewiesener
Massen eine negative Auswirkung auf den junge Menschen und deren Handlungen in der Realität haben kann.

Nehmen wir ein Beispiel: Die Alkoholwerbung hat Einfluss auf den Alkoholkonsum der Jungendlichen, was durch Studien herausgefunden wurde.

Diese Feststellung kann man nicht ignorieren.

Wenn wir also über Zugangsbeschränkungen diskutieren, sind wir uns also in einem Punkt einig, dass gewisse Spiele problematisch sind.
Gygax Marcel - CVP 7. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, waren Sie eigentlich bei Frau Merkel in der Ausbildung? Viel reden und nichts sagen…
David H - Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
@David H

Auf ihre Ausweichstrategie gehe ich nicht ein.
Gygax Marcel - CVP 8. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax bitte weichen Sie nicht aus. Ich habe Ihnen klare Fragen gestellt, und ich erwarte klare Antworten. Ich stelle die Fragen nochmals und nummeriere sie (nochmals), damit keine vergessen geht.


1. Welche Spiele sind betroffen, mit Namen?

2. Wollen Sie ein Verbot, oder nur Zugangsbeschränkungen für Minderjährige?

3. Sie schreiben, die Spiele seien nachweislich schädlich. Wo finde ich (im Internet) den Nachweis für die Schädlichkeit?

Was Ihre Frage betrifft: Sie ist schlicht falsch formuliert. «Nutzen» ist kein Kriterium. Es ist ebensowenig sinnvoll, nach dem Nutzen von «Gewaltspielen» zu fragen, wie nach dem Nutzen eines Fernsehkrimis. Gewalt erfüllt offensichtlich einen Zweck, denn sonst hätten diese Spiele keinen Markt. Wie ich Ihnen schon oft erklärt habe, Sie können das ignorieren so oft Sie wollen, erfüllt Gewalt einen Zweck, der anders nicht zu erreichen ist.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 8. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

"Wir diskutieren hier über eine handvoll Siele, die bewiesener Massen eine negative Auswirkung auf den junge Menschen und deren Handlungen in der Realität haben kann. "

Diesen Beweis werden Sie nicht führen können. Bewiesen ist in dieser Hinsicht nämlich gar nichts, auch wenn das etwa von Roland Näf oder anderen Exponenten immer wieder behauptet wird.

Ich gehe im Übrigen davon aus, dass Sie mit "jungen Menschen" auf ein Alter anspielen, welches der Altersempfehlung PEGI oder USK entspricht. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Spiele wie Modern Warfare 2 nicht für 10-jährige bestimmt sind. Der grosse, rote "18+"-Kleber auf der Verpackung dürfte das an sich schon nahe legen. Das braucht gar nicht erst diskutiert zu werden.
Oliver aus Zürich - jf 8. Februar 2010 Verstoss melden
Ich möchte gerne auch noch etwas zu diesem Thema "Nutzen/Unnutzen" loswerden.

Ich spiele seit Kurzem Modern Warfare 2, da ich gerade erst 18 Jahre alt geworden bin. Ich weiss, es gibt nur selten Leute, welche sich an diese Altersgrenze halten, aber ich fand die Begrenzung sinnvoll.

Einen Nutzen der "Gewaltspiele" (in Anführungs-/Schlusszeichen!) gibt es sehr wohl.
Der Nutzen davon ist, Spass zu haben und Ziele im Spiel zu erreichen.
Manche Menschen finden es lustig, sich in einem solchen Spiel zu beweisen, dass man eine gute Reaktionszeit hat, gut trifft und eine gute Strategie ausgearbeitet hat.
Somit haben diese Spiele einen Sinn.

Natürlich kann es sein, dass einige Menschen empfindlich auf die dargestellte Waffengewalt reagieren.
Doch diese Menschen wissen das ganz genau und neigen sich von diesen Spielen ab.

Leute, die sozial benachteiligt sind und sich zurückziehen und dazu noch diese Spiele spielen sind kritisch, das ist klar.
Denn im Internet und in der virtuellen Welt ist man praktisch ganz anonym und findet vor allem bei solchen Spielen Freunde, welche aber nur virtuell für einen da sind.
So holt sich der sozial Benachteiligte die Aufmerksamkeit, welche er in der Realität nicht bekommt.
Dass er dann mit Zeit die Gewalt aus dem Spiel in die reelle Welt überträgt ist dann auch ganz logisch, da er das Gefühl hat, dadurch Aufmerksamkeit zu bekommen.
Nur können diese Menschen dann nicht mehr über Realität und Virtualität entscheiden.
In der Virtualität kann man wahllos Leute (im Grunde nur einige Pixel) niederballern, ohne dass dabei jemand physisch zu Schaden kommt.

Hardcore-Zocker, welche diese "Spiele", bspweise Modern Warfare 2, spielen und dabei sozial gut dran sind, sind die meisten Menschen, die die Gamer ausmachen und bei denen ist die Gefahr wohl am kleinsten.
So müsste eigenltich klar sein, dass nicht die "Gewaltspiele" an sich gefährlich sind, sondern die soziale Benachteiligung einzelner Menschen.

Also müsste man wohl eher an der Diskriminierung und am Mobbing arbeiten, bevor man zu den Spielen übergeht.
Denn eigentlich findet sich Gewalt in fast jedem Spiel wieder.
Michael Tanner 8. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, für sie habe ich einen guten film!
ZEITGEIST. bitte schauen und "hirni" aktivieren. dann werden sie merken, dass sie an eine lüge glauben und dass ganze leben lang manipuliert worden sind. denn sie sind in der cvp und daher glauben sie offensichtlich den ganzen quatsch...... aufwachen!! sie können ja auch gleich noch nutzen bzw unnutzen vom christentum hier hinschreiben, denn nach ZEITGEIST haben sie genügend argumente dagegen ;) !Cash Rules Everything Around Me, C.R.E.A.M. get the money, dolla dolla bill y'all!
Ueli Sonderegger 18. Februar 2010 Verstoss melden
Werter Herr Gygax,

Sie haben hier schon viel geschrieben, sind jedoch nie auf die Frage eingegangen, warum Sie Spiele für Erwachsene grundsätzlich verbieten wollen! Denn darum geht es ja bei dieser Debatte.
Wenn es darum ginge, dass gewisse Spiele eine Altersfreigabe benötigen, würde ich sofort dabei sein. Ich lasse mir als Erwachsener aber nicht von einem Haufen Noobs verbieten WOW oder HalfLife zu spielen.
Sie machen immer wieder Vergleiche zur Gesetzeslage bei Alkohol... Eine solche Regelung würde hier jeder unterstützen, nicht jedoch ein generelles Verbot!
Ischi Manuel - Stadtrat Langenthal, GLP 18. Februar 2010 Verstoss melden
Werter Herr Gygax,

Sie haben hier schon viel geschrieben, sind jedoch nie auf die Frage eingegangen, warum Sie Spiele für Erwachsene grundsätzlich verbieten wollen! Denn darum geht es ja bei dieser Debatte.
Wenn es darum ginge, dass gewisse Spiele eine Altersfreigabe benötigen, würde ich sofort dabei sein. Ich lasse mir als Erwachsener aber nicht von einem Haufen Noobs verbieten WOW oder HalfLife zu spielen.
Sie machen immer wieder Vergleiche zur Gesetzeslage bei Alkohol... Eine solche Regelung würde hier jeder unterstützen, nicht jedoch ein generelles Verbot!
Ischi Manuel - Stadtrat Langenthal, GLP 18. Februar 2010 Verstoss melden
Zu ZEITGEIST: Spart Euch den Unsinn!
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 18. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Ich warte noch immer auf die Beantwortung meiner Fragen:

1. Welche Spiele sind betroffen, mit Namen?

2. Wollen Sie ein Verbot, oder nur Zugangsbeschränkungen für Minderjährige?

3. Sie schreiben, die Spiele seien nachweislich schädlich. Wo finde ich (im Internet) den Nachweis für die Schädlichkeit?
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 18. Februar 2010 Verstoss melden
@Ischi Manuel

Ich will nicht Spiele für Erwachsene verbieten!!

Wer erzählt bloss so etwas.

Mir lediglich ein sinnvoller Jugenschutz wichtig.

Zudem bin ich nicht ein Freund von Gewaltdarstellungen und Gewaltverherrlichungen in Spielen und Filmen.

In dieser Debatte geht es nicht darum aufzuzählen welche Spiele, welche negative Auswirkungen haben könnten, sondern den Sinn oder Nutzen von Gewaltdarstellungen zu erfahren.

Ich unterstütze Prävention, Aufklärung, hinterfrage aber auch die Wirkungen von Spielen.

Leider wird hier auch von einigen Teilnehmern ziemlich viel
unsachliches und viel Quatsch geschrieben.

Danke für ihre sachliche Frage.

Gygax Marcel - CVP 18. Februar 2010 Verstoss melden
@Ueli Sonderegger

Was Sie für Filme nötig haben ist mir eigenlich egal.

Es gibt genügend Gegner von Gewaltverherrlichung und Gewaltdarstellung.

Ansonsten müssten ja die Hersteller nicht Jugendschutzhinweise an die Spiele oder Filme anbringen.

Zudem hat meine Einstellung nichts mit Glauben zu tun, sondern damit, dass ich einfach etwas kritischer bin als andere.

Für den Nutzen und Unnutzen des Christentums, sind wohl ein paar Jahre zu spät, und es wäre ein eine andere Debatte.

Viel Spass beim Film "Zeitgeist"

Gygax Marcel - CVP 18. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: "Ich will nicht Spiele für Erwachsene verbieten!! Wer erzählt bloss so etwas."

Die Verwirrung haben Sie durch Ihren Startbeitrag verursacht, in dem Sie von Verbot reden, nicht von Jugendschutz.

Welche Aussagen sind für Sie Quatsch?
David H - Piraten 18. Februar 2010 Verstoss melden
@David H

Na gut, vielleicht hat das eine Wort in Startbeitrag etwas verwirrend.

Letzlich war aber die Kernfrage: Was ist der Nutzen von Gewaltdarstellung in Spielen?

Ich vertrete folgende Ansichten:

1) ich bin für einen guten Jugendschutz

2) Ich bin für Prävention und Aufklärung

3) ich gegen brutale und extreme Gewaltdarstellung in Spielen, die für Jugendliche verkäuflich sind.

4) Ich bin nicht für generelle Verkaufsverbote von Spielen an Erwachsene und Jugendliche
Gygax Marcel - CVP 18. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Danke, dass ist meiner Meinung nach nun ein klares Statement, welches ich meinerseits, als Beführworter einer gesetzlichen Verankerung von Jugendschutz und Gegener von Zensur und Bevormundung erwachsener Bürger, voll und ganz unterstützen kann. Schliesslich ist jeder frei, auf den Konsum von Gewaltdarstellungen, sei es in Filmen, Büchern oder eben Spielen, zu verzichten, wenn er diese nicht mag.
André Burkhard 19. Februar 2010 Verstoss melden
Von Marcel Gygax:
"Für Sie ist ein "Entfliehen aus der Realität" eine vertretbare Einstellung.
Für mich gibt es jedoch gescheitere Möglichkeiten, um der Realität zu entfliehen. Z.B. Ausflüge in die Natur."

Das ist eine schöne Alternative zu Games. Man kann aber auch beides tun. Mit einem Nintendo DS kann man zum Beispiel sogar gleichzeitig beides tun!
Ich hoffe es darf in der Schweiz auch in Zukunft jeder selbst entscheiden wo hier seine Vorlieben sind.



"Zu den Verboten, muss man erwähnen, dass Alkohol unter 16 Jahren, oder Tabakkonsum schon verboten wurde.
Der Tabak- und Alkoholkonsum ging dadurch zurück!
Hier hat man auch den Nutzen und die Gefahr abgewogen, und musste feststellen, dass es Verbote und Prävention braucht"

Wie sie selbst schreiben ist hier ein Verbot für unter 16 Jährige sinnvoll. Auch ich bin der Meinung, dass gewisse Spiele für Minderjährige nicht geeignet sind.
Sie sind also damit einverstanden, dass ein komplettes Verbot falsch wäre?
Im Gegensatz zu Alkohol und Tabak kommt man aber jeder Mensch über das Internet gratis an Software. Ein Verbot würde nicht zu einem Rückgang des Konsums von solchen Spielen, sondern deren illegale Beschaffung fördern.


"Oder finden Sie es nützlich, wenn Jugendliche mit z.B. 14 Jahren schon rauchen, sich betrinken??"

Natürlich findet das niemand nützlich, aber erstens fragt niemand nach dem Nutzen und zweitens hat Rauchen und Trinken auch gar nichts damit zu tun. Bitte entschuldigen Sie, aber diese Frage ist nun wirklich sehr peinlich.
Michi Spring 26. Februar 2010 Verstoss melden
Von Marcel Gygax:
"Na gut, vielleicht hat das eine Wort in Startbeitrag etwas verwirrend.

Letzlich war aber die Kernfrage: Was ist der Nutzen von Gewaltdarstellung in Spielen?

Ich vertrete folgende Ansichten:

1) ich bin für einen guten Jugendschutz

2) Ich bin für Prävention und Aufklärung

3) ich gegen brutale und extreme Gewaltdarstellung in Spielen, die für Jugendliche verkäuflich sind.

4) Ich bin nicht für generelle Verkaufsverbote von Spielen an Erwachsene und Jugendliche"

Wenn man es recht bedenkt, ist das doch eine interessante Frage. Jedoch, wie schon oft gesagt, kann man nicht etwas verbieten, weil es keinen Nutzen hat.
Es geht aber in dieser Diskussion darum, ob ein generelles Verbot von Spielen, welche Gewalt enthalten, eingeführt werden soll!

Ihre Frage ist von philosophischer, nicht von politischer Natur. Darum erhalten Sie wohl auch so viele entrüstete Kommentare, welche die Frage gar nicht beantworten.

In den Punkten 1 und 2 unterstütze ich Sie voll und ganz.

Im Punkt 3 kann ich Ihnen nicht zustimmen. Als 16 Jähriger kann man Bilder von Gewalt verarbeiten und man setzt sich automatisch kritisch damit auseinander.

Zu Punkt 4: Da bin ich mit Ihnen einig. Wir stehen also auf der gleichen Seite. Bitte engagieren Sie sich gegen ein solches Verbot, den dieser Schuss würde nach hinten losgehen und lediglich das illegale Herunterladen solcher Spiele fördern.
Michi Spring 26. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax:
Eigentlich ist die Frage falsch gestellt, sie müsste eher lauten:
"Was bringt die Darstellung von Gewalt (in Büchern, Filmen, Theatern, Spielen etc.)?"

Oder ein wenig anders:
"Was ist so faszinierend an Gewalt?"

Das war jetzt Offtopic, genau wie Ihre Frage ganz am Anfang. Sehen Sie was ich meine? ;-)
Michi Spring 26. Februar 2010 Verstoss melden
@Michi Spring


Gut, dass wir uns in einigen Punkten einig sind.


Meine Meinung ist es auch, dass man Artikel die auf den Markt kommen auch kritisch hinterfragen muss.

Dies gefällt halt nicht jedem und ist auch nicht so populär wie, alles zu erlauben.


Zudem werden Einschränkungen nicht einfach aus einer reiner Philosophie oder Ideologie heraus gemacht, sondern werden nach Überlegungen, Diskussionen und dem Abwägen von Nach- und Vorteilen heraus getroffen.

Der Gesetzgeber muss immer Massnahmen wie: Prävention, Sanktionen von Herstellern, und Einschränkungen prüfen, und trifft nach sorgfältiger Überlegung eine Entscheidung zum Schutz der Gesellschaft oder einer Gruppe von gefährdeten Personen.


Noch eine Anmerkung:

Bitte vermischen Sie nicht meinen Kommentar mit Ihrem oder kopieren meine Aussagen in Ihrem Beitrag.


Danke, es war eine sehr spannende Debatte.

Gygax Marcel - CVP 26. Februar 2010 Verstoss melden
Für was braucht es denn z.B. folgende Dinge: das alte Testament, DRS2, Musigwälle, Pirando, .. die CVP? Vielleicht wäre ein Verbot der CVP ja Mehrheitsfähig?
Nur weil ich obiges nicht brauche, müssen wir es ja nicht gleich verbieten. Oder sind wir schon so weit?
Kaspar Zbinden 17. März 2010 Verstoss melden
@Kaspar Zbinden

Leider haben DRS2, Musigwälle und Pirando nichts mit fiktiver Gewaltdarstellung zu tun.
Dies werden Sie erkennen, wenn Sie diese Sendungen einmal ausprobieren.
Gygax Marcel - CVP 18. März 2010 Verstoss melden
@Kaspar Zbinden

Vielen Dank für ihr Interesse am Nutzen unserer Partei.

Gerne informiere ich Sie über unsere Einstellungen.

Die CVP steht für den Erhalt von Grundwerten in unserer Gesellschaft.

Sie ist die vernünftige Balance zwischen den radikalen Polen von rechts und links.

Sie setzt sich für eine ökologische Wirtschaft und gute Rahmenbedingen für KMU`s ein.

Gruss

Gygax Marcel - CVP 18. März 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Fiktive Gewalt wird überall dargestellt. In jedem Medium. Die fiktive Gewalt ist ein Mittel um diese Medien spannend und interessant zu machen.
Fiktive Gewalt ist in meiner Meinung nach alles andere als schlecht, solange sie nicht zum Ziel hat, Hass gegen bestimmte Personen(-Gruppen) zu schüren.

In diesem Sinne "braucht" es die fiktive Gewalt in Medien genau so wenig wie die CVP.

Dass immer noch gegen Videospiele mit Gewaltinhalten gehetzt wird, liegt nur daran, dass man die reale Gewalt nicht versteht und nach einem Sündenbock sucht.
Videospiele, so hat man sich gedacht, eignen sich hierzu vorzüglich. Man hat sich gedacht, verbieten wir doch Videospiele mit Gewalt, dann freut sich der grösste Teil der Bevölkerung darüber, dass man wenigstens etwas probiert.

Ich finde diese Vorgehens- und Denkweise schwach, feige und völlig gegen Fortschritt gerichtet.
Michi Spring 18. März 2010 Verstoss melden
@Michi Spring

Die Politik hat nie irgendein Interesse nur aus Lust und Laune etwas zu verbieten.

Zuerst fand eine Debatte zu diesem Thema statt und man hat Experten angehört.
Dies ist ein demokratischer Prozess und nicht eine Willkür.

Es gibt eben auch andere Meinungen, die diese neuen Entwicklungen, kritisch hinterfragen. Dies gehört zur Politik.

Mein Beitrag habe ich gemacht, um Pro und Contra anzuhören und mir die verschiedenen Motivationen für oder gegen diese Spiele anzuhören.

Ich danke Ihnen, dass Sie der Nutzen der CVP interessiert.

Gerne informiere ich Sie über die CVP.

Wir stehen für eine ökologische Wirtschaft.
Gute Rahmenbedingungen für KMU`s .
Förderung von Familien und eines guten Bildungsangebotes.

Wenn Sie sich informiert haben, können Sie sich ein Bild über unsere Partei machen.
Gygax Marcel - CVP 18. März 2010 Verstoss melden
Richtig: Der Bundesrat hat einen Expertrnbericht beauftragt und darauf hin entschieden nichts zu tun. Das ist die sinnvollste aller Massnahmen. Offenbar beurteilt der Bundesrat nüchtern und ist noch nicht von den Heile-Welt-Fanatikern aus den Reihen des (Ex-) VPM infiltriert.

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/29205462
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 18. März 2010 Verstoss melden
(Nachtrag: mit «nichts tun» gemeint ist, er plante kein Verbot: «Doch eine Gesetzesänderung in diesem Bereich oder gar ein Verbot von Killergames plant der Bundesrat nicht.», stattdessen setzt er auf Selbstregulierung der Branche, Prävention und Aufklärung, was auch vernünftig ist.)
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 18. März 2010 Verstoss melden
Wer sich mit der Thematik, und insbesondere mit den diversen Motionen und Standesinitiativen in diesem Zusammenhang, auseinandergesetzt hat darf feststellen, dass gerade die Motion von CVP-Mann Norbert Hochreutener jene ist, die sich differenziert und vernünftig der Problematik annimmt. Nämlich kein generelles Verbot, jedoch verbindliche Alterslimiten auf PEGI basierend und somit keine 18+ Spiele für unter 18 jährige und äquivalent bei 16+.

Was Michi Spring anspricht und vielen erwachsenen Gamern sauer aufstösst, ist die moralisierende Art, wie einige Politiker die Gamer zu Sündenböcken stempeln, dabei Studien von "Experten" wie Rudolf Hänsel beiziehen, die auch schon mal behauptet haben, AIDS sei eine von der US-Regierung entwickelte Biowaffe, und gleichzeitig Studien oder Experten, die zu einem anderen Ergebnis kommen als "psychisch verwirrt" verspotten. SP-Grossrat Roland Näf bietet diesbezüglich ganz traurigen Anschauungsunterricht.
André Burkhard 18. März 2010 Verstoss melden
Ich muss wohl die Frage nochmals etwas abstrakter stellen:

Für was braucht es denn z.B. folgende Dinge: [bitte hier Ihren Lieblingssender einsetzen], [Bitte hier Ihr Lieblingsbuch einsetzen], [bitte hier Ihre Lieblingspartei einsetzen]? Vielleicht wäre ein Verbot der [hier wieder Lieblingspartei insetzen] ja mehrheitsfähig?
Nur weil ich obiges nicht brauche, müssen wir es ja nicht gleich verbieten. Oder sind wir schon so weit?

Wahrscheinlich sind wir wirklich auf dem Weg dazu, alles zu verbieten, was der Mehrheit nicht gefällt.
Traurig.

Anschliessend sind alle Menschen noch mehr frustriert und trampeln aufeinander rum.
Kaspar Zbinden 18. März 2010 Verstoss melden

Nein wird sind nicht soweit, das wir alles nicht Mehrheitsfähige verbieten.


Die Debatte zu den Killerspielen ist nur eine Luxus-Debatte.


In anderen Ländern können Personen ohne Essen oder Trinken nicht leben.

Und bei uns können einige Personen ohne Computer-Spiele "nicht normal" leben.

Sicher gibt es Wichtigeres, um sich zu beklagen.


Es ist wirklich eine Luxus-Debatte.




Gygax Marcel - CVP 20. März 2010 Verstoss melden
@Gygax Marcel

Ihre ursprüngliche Frage sollte tatsächlich lauten "Was fasziniert die Menschen an Gewalt?"

Versuchen sie einmal die 3 wichtigsten Grundthemen in der gesamten Literatur zu identifizieren.

Ich persönlich würde wohl auf Liebe (um nicht zu sagen Sex), Gewalt und Tod tippen. Ihre persönliche Einschätzung mag abweichen aber es ist nicht abzustreiten, dass Gewalt schon immer in der Kunst aufgegriffen wurde.

Die Frage ist zweifellos intressant und ich habe leider auch keine Antwort. Es daher aber auch logisch, dass das neue Medium sich diesen Themenbereichen zuwendet.
Markus Hofstetter 20. März 2010 Verstoss melden
@Markus Hofstetter: Und zwar meistens in Kombination: Liebe (mit Sex) + Gewalt + Tod = sicherer Erfolg.

Aber der VPM will ja den Menschen ändern. Daran sind zum Glück schon die Christen, die Kommunisten und die Nazis gescheitert ...
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 20. März 2010 Verstoss melden
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Der Spruch ist zu meinem Bedauern nicht von mir, sondern von Benjamin Franklin. Aber Recht hat er. Bedauerlicherweise findet der interessierte Bürger und die interessierte Bürgerin zur Zeit mehr als genug Beispiele für die untauglichen Versuche Sicherheit durch die Einschränkung von Freiheiten zu gewinnen. Das Verbot wäre ein solcher Versuch.

So wird aus einem freiheitlichen Rechtsstaat ein fürsorglicher Präventionsstaat. Nein Danke.
1 Kommentar
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Thumbs up!
Jörg Klenk 1. Februar 2010 Verstoss melden
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Ich bin kein grosser Spieler von Videospielen, da ich lieber 1:1 mit den Menschen die Zeit verbringe oder ein Spiel mache.

Meine Kindheit hat mich gelernt, dass man mit einfachen und auch selbsthergestellten Spielen das Geschick, Schnelligkeit und die Intelligenz trainieren kann. Dies kann für das spätere Leben genutzt werden.

Die Gewalt in Spielen hat für mich keinen wirklichen Nutzen, den man
ins reale Leben übertragen kann.

4 Kommentare
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Ich frage mich einmal mehr, weshalb das beabsichtigte Verbot von "Gewaltspielen" überhaupt noch mit Kinder- und Jugendschutz in Verbindung gebracht wird.

Verboten werden soll ja - wenn man sich die entsprechenden Vorstösse anschaut - die besonders grausame Gewaltdarstellung. Damit wird es sich von vornherein nur um Spiele handeln, welche ab 18 Jahren zum Verkauf freigegeben sind. Nicht einmal die Spielehersteller wollen diese Spiele in den Händen von Kindern und Jungendlichen wissen.

Man kann nun einwenden, die Alterskontrolle an den Verkaufsstellen funktioniere nicht und - das sollte nicht vergessen werden - der elterliche Erziehungsauftrag werde nicht wahrgenommen. Das alleine vermag ein Verbot von Medieninhalten für Erwachsene(!) aber keinesfalls zu rechtfertigen. Ein entsprechendes Verbot wäre vor diesem Hintergrund weder verhältnismässig noch notwendig.

Verhältnismässiger und - echter - Jugendschutz wäre hier das Setzen von Anreizen für die Verkaufsstellen, die Alterskontrollen restriktiver zu handhaben und die Förderung elterlicher Kompetenz.

Das andeutungsweise erwähnte Erfordernis eines "Nutzens im realen Leben" halte ich im Übrigen für sinnwidrig. Es geht hier immerhin um eine Freizeitbeschäftigung. Niemand würde auf die Idee kommen, dass die allwöchentliche Ausstrahlung des "Tatort" am Sonntag Abend unter der Voraussetzung des "Nutzens im realen Leben" stehen muss.
Oliver aus Zürich - jf 1. Februar 2010 Verstoss melden
Natürlich muss man auch die Fernsehsendungen hinterfragen.

Hier haben aber die Eltern die Verantwortung, was sie mit den Jugendlichen schauen.
Grösstenteils werden hier die Sendungen erst spät gezeigt, wenn Jugendliche bereits im Bett sein sollten.


Kinder können im Fall von Spielen aber nicht 100-prozentig überwacht werden, das ist klar.

Ausserdem geht es bei einem Verbot klar nur um "extreme Gewalt", wo der Gesetzgeber eine Verantwortung hat

Ich stelle die Frage bezüglich dem Nutzen für reale Leben, gerade weil sich das die wenigsten fragen- und dann plötzlich von der Gewalt im Alltag überrascht sind.

Politik ist auch immer, eine Abwägung von Nutzen und Gefahr für die Gesellschaft, zu machen.
Gygax Marcel - CVP 1. Februar 2010 Verstoss melden
Mir ist es auch wichtig mich im Kanton für andere Freizeitaktivitäten für Jugendliche wie: Fussballvereine, Jugendtreffs usw. einzusetzen.

Dann besteht auch weniger die Gefahr, dass sich die Jugendlichen, mit "Gewalt-Spielen die Zeit vertreiben.

Meine Erfahrung als Jugendlicher bestand darin, dass man vor allem Aufmerksamkeit und Bestätigung im Elternhaus will.
Wenn man diese erhält, besteht auch weniger die Gefahr, dass man stundenlang Games spielt.

Leider ist die obige Familiensituation nicht immer gegeben und man muss gewisse Spiele "zum Schutz" aus dem Verkehr ziehen.



Gygax Marcel - CVP 1. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, dirket Bezug nehmend auf ihre Aussage "Meine Kindheit hat mich gelernt, dass man mit einfachen und auch selbsthergestellten Spielen das Geschick, Schnelligkeit und die Intelligenz trainieren kann. Dies kann für das spätere Leben genutzt werden. " Muss ich ihnen sagen dass sie wohl wahrhaftig noch nicht viel Erfahrung mit Ego Shootern haben. Die meisten grossen Ego Shooter um die es in den Medien und Diskussion geht (wie Call of Duty, Battlefield, Counterstrike usw) bestehen nicht aus sinnlosem herumgeballere. Bei allen oben genannten Spielen ist taktisches und logisches Denken eine Vorraussetzung für den Sieg, ganz richtig der Sieg ist erreichbar ohne den Gegner "auszulöschen". Auch werden ihnen viele Gamer die Ego Shooter spielen bestätigen dass sich die Hand Augen Koordination beträchtlich verbessert was in manchen Berufen (wie in meinem) manchmal sogar ein Vorteil ist. Ebenso kann ich ihnen als ehemaliger Sportschütze und aktiver Ego Shooter Spieler mitteilen dass Welten zwischen dem Schiessen mit einer richtigen Waffe und dem klicken einer Maus liegen.

Natürlich sollten Kinder nicht mit solchen Medien in Berührung kommen, genauso wie mit anderen Medien die ab 16 bzw ab 18 sind.

Ein Verbot solcher Medien ist ein klarer Eingriff und Verletzung des Rechtes dass jeder freie mündige Schweizer Bürger hat. Wir sind in der Schweiz und nicht in einer Diktatur. Anstatt sinnloser Verbote (sinnlos darum weil es immer Mittel und Wege gibt sich Software und Games zu besorgen auch wenn sie nicht mehr in Läden verfügbar sind) würde man lieber bereits etablierte Jugenschutz Vorschriften benutzen wie das schon oft von unserer Seite erwähnte PEGI, und dann müssten sich die Eltern und Verkäufer dazu aufraffen dieses auch durchzusetzen.
Sascha A - Parteilos 2. Februar 2010 Verstoss melden
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Interessant, dass der Grossrat Bern die virtuelle Gewalt bekämpft, und nicht wie andere Kantone versucht, gefährliche beissende Hunde zu regulieren - dort ist das Blut echt!
Die Sorge hinter dem Regulierungsanliegen ist die Brutalisierung der Gesellschaft. Die will niemand und ist doch feststellbar.
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Der Terminus "Kampfhund" ist denkbar schlecht gewählt wenn man bedenkt, dass als gemeinhin bekannte "Familienhunde" (wie etwa der Golden Retriever) bedeutend öfter in Zwischenfällen verwickelt sind als Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, American Pit Bull Terrier und Bullterrier sowie Kreuzungen dieser Rassen.
Anders als bei Videospielen (wobei ich den Vergleich zwischen einem beeinflussbaren Lebewesen und einer programmierten Software recht grotesk finde) hängt es vom menschlichen Verantwortungsvermögen ab, ob es zu Zwischenfällen kommt.
Wenn der Mensch nicht im Stande ist, Verantwortung auf zu tragen, so ist dies weder die Schuld einiger ausgesuchter Rassen noch der Hundeartigen im Gesamten.

Bei Videospielen kann es überhaupt nicht zu Zwischenfällen kommen (ausser man will alle Spieler der Welt als virtuelle Amokläufer bezeichnen). Es wird auf eine ominöse Verbindung zwischen Amokläufen und Gewaltspielen gepocht, aber ein gesamtgesellschaftliches Problem darin erkennen will offensichtlich niemand. Ich bin überzeugt dass jeder Amokläufer in seinem Leben schon einmal Brot gegessen hat; sollte man deshalb Brot verbieten?

Wer denkt mit Verboten Sicherheit zu generieren, lügt sich selbst in die Tasche, denn Verbote bedeuten, dass derjenige der nicht erwischt wird besser dran ist als der der erwischt wird, was ergo bedeutet, dass es die Leute immer noch tun, nur heimlich, unkontrolliert und somit gefährlicher.
Mé La - Piraten 29. Januar 2010 Verstoss melden
Sicherheit ist eine Kernkompetenz bei Videospielen wie auch bei Kampfhunden.

Der Kanton hat hier die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und nicht die Artenvielfalt der Hunderassen.

Dass Pitbulls, Terrier und andere als Kampfhunde eingestufte Rassen verboten werden ist nur eine Konsequenz der Angriffe von Kampfhunden, die Fakt ist.

Genau wie bei Kampfvideospielen ist bei den Kampfhunden
der davon ausgehende Schaden grösser als der Nutzen für die Gesellschaft.

Ich bin überzeugt, dass nach dem Kampfhundeverbot in Zürich die Bissverletzungen bei Hunden massiv zurück gehen werden.

Die Hundehalter kann ich trösten, denn es gibt auch noch andere Hunderassen.
Gygax Marcel - CVP 29. Januar 2010 Verstoss melden
Wobei der Deutsche Schäferhund - ein Hund der statistisch betrachtet als problematisch eingestuft werden kann - auch gerne von Polizeibeamten für Zoll und Fahndung eingesetzt werden. Ist es nicht etwas bigott ein paar Rassen zu verteufeln und sich unter dem Deckmantel der öffentlichen Sicherheit eine als problematisch eingestufte Rasse herauszunehmen? Mich erinert das spontan an die Animal Farm...

Es ist absolut nicht erwiesen, ob der Schaden bei Kampfvideospielen grösser ist als ohne. Ich könnte mir vorstellen dass ein möglicherweise fehlendes seelisches Ventil Amokläufe fördern könnten... Einen Gegenbeweis dafür gibt es de fakto nicht, da ja ein Verbot von sogenannten Killerspielen - bisher - nicht erfolgreich durchgesetzt werden konnte.

Mé La - Piraten 30. Januar 2010 Verstoss melden
"Die Sorge hinter dem Regulierungsanliegen ist die Brutalisierung der Gesellschaft. Die will niemand und ist doch feststellbar."

Die Brutalisierung der Gesellschaft dürfte doch wohl keine monokausale Ursache haben, die allein am Konsum von Videospielen festgemacht werden kann. Aber es ist natürlich sehr plakativ und eine einfache Lösung, die vor allem die ältere Generation beruhigen wird und ein paar Wählerstimmen mehr bringt; blinder Aktionismus mag gut für die Karriere sein, hilft der Gesellschaft aber langfristig nicht weiter.
Jörg Klenk 1. Februar 2010 Verstoss melden
Man sollte nicht die eine Panikmache gegen die andere Panikmache ausspielen.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
Vielen Dank, Herr Wäckerlin! Auf den Punkt.
Mé La - Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
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Typische "Vorwahl-wir-müssen-was-tun-"Politik! Auf einem völlig von territorialen Fragen losgelösten Gebiet wie Filme oder Spiele, welche im Internet einfach heruntergeladen werden können, ein kantonales Gesetz zu erarbeiten ist in etwa so sinnvoll, wie mit Fliegenklatschen gegen Malaria zu kämpfen.
Wenn man schon in b...einah blindem Aktionismus (eben, es sind Wahlen) was tun will, dann könnte man doch mal wieder bei den Eltern ansetzen, welche eigentlich da wären, um auf ihre Sprösslinge auszupassen und diese zu erziehen. Wieso soll der Staat hier einmal mehr ein Problem angehen, welches eigentlich im Verantwortungsgebiet der "elterlichen Gewalt" liegt. Wenn schon ein Gesetz, dann eines, dass den Eltern auf diesem Gebiet die nötige Weiterbildung und das Knowhow gibt, um ihrer Verantwortung nachzukommen. Das wäre nachhaltig!
Das Verbot aber bringt gar nichts. Wer an die Filme und Games rankommen will, wird es immer können - und ob noch mehr kriminalisierte Jugendliche ein Ziel des Kantons sein können, ist äusserst fraglich...
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Sicher ist die elterliche Verantwortung wahrzunehmen.

Sie können mir aber in diesem Beitrag keinen einzigen Nutzen von dargestellter oder provozierter Gewalt erläutern.

Das ein Verbot nichts bringt kann man nicht schon im Voraus sagen.

Natürlich ist auch die Erziehung, das Vermitteln von Werten zentral für eine Familie ohne Toleranz für Gewalt oder Gewaltdarstellungen.

Bitte erläutern Sie mir den Nutzen und den Sinn von Gewaltspielen für die Jugendlichen.
Gygax Marcel - CVP 29. Januar 2010 Verstoss melden
Es gibt keinen direkten "Nutzen" - das ist klar. Allerdings scheint die Auseinandersetzung mit Gewalt & Sexualität ein urmenschliches Bedürfnis zu sein, dass sich nur schwer - insbesondere von Aussen - unterdrücken lässt.
Schon die Höhlenbewohner zeichneten Jagd- und Kriegesszenen an die Wände, in Indien werden seit Jahrtausenden in und an Tempeln sehr freizügige Statuen beim Sex gezeigt, die Römer veranstalteten Gladiatorenkämpfe und die lustvolle Darstellung der menschlichen Sexualität hat auch in China lange Tradition. All das ohne direkten Nutzen - ausser vielleicht, dass sich der Mensch so mit Dingen auseinandersetzt wenn die direkte Auseinandersetzung schwierig ist.
Es ist wie bei den Drogen: Natürlich darf man von einer gewaltfreien und entsexualisieren Gesellschaft träumen – es ist einfach wenig realistisch. Und Politik muss sich an der Realität orientieren, sonst wird die Durchsetzung beschlossener Normen zum Kampf gegen das eigene Volk.
Sinnvoller als Verbote – und damit die zusätzliche Kriminalisierung Jugendlicher – wäre es doch, den Umgang mit solchen Medien, an die man immer herankommt, wenn man es will, zu üben. Ein gesundes Verhältnis dazu aufzubauen und damit dem potentiellen Konsumenten auch Argumente zu geben, sich auch intellektuell mit dem Medium auseinanderzusetzen. Und das wäre auch Aufgabe der Eltern. Dass man aber Kindersicherungen und Sperrprogramm einsetzt ist sicher auch sinnvoll – nur: Die Kids knacken die schneller als wir neue einbauen können. Warum? Weil es verboten ist…
Manuel C Widmer - Stadtrat Bern, Grüne 30. Januar 2010 Verstoss melden
@MANUEL C WIDMER

Leider geht es noch einige Zeit bis die Eltern ihren Kindern
Erziehung und gute Werte vermittelt haben.

In der Zwischenzeit können wir nicht einfach warten und die Gewalt als Natürlichkeit ansehen.

Auch der Staat hat Aufgaben wie z.B.die Sicherheit für die Allgemeinheit.
Er kann sich nicht auch noch mit der Erziehung in der Kinderstube beschäftigen.

Wenn sie den Nutzen von Verboten bezweifeln, wieso hat dann die Grüne Schweiz ein Kriegsmaterialverbot empfohlen. Dies ist wiederspricht doch ihrer heutigen Aussage.

Leider konnten Sie mir immer noch keinen Nutzen von Gewalt in Spielen und Filmen nennen.



Gygax Marcel - CVP 30. Januar 2010 Verstoss melden
Es braucht kein Gesetz, es braucht keine Zensur. Computerspiele schaden nicht. Ausserdem setzen die Händler bereits freiwillig die PEGI Empfehlungen durch. Das ist bereits mehr als es braucht.
Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 2. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: MCW hat bereits oben geschrieben, dass es keinen Nutzen in diesen Spielen gibt. Aber wie steht's um die Erziehung? Gearde von einem CVPler verwundert mich die Aussage "Leider geht es noch einige Zeit bis die Eltern ihren Kindern Erziehung und gute Werte vermittelt haben." War und ist das nicht eines der Grundanliegen der CVP - Familienwerte? Weshalb gelingt es denn den Eltern heute offenbar nicht mehr, den Kindern Werte beizubringen? Natürlich sind Computer und TV die billigsten und leider häufige Babysitter - aber ein Freipass zur Vernachlässigung der Kinder sind sie nicht. Kontrolle durch die Eltern muss sein - Sie schicken ja auch keinen Vierjährigen alleine auf den Kindergartenweg, wenn dieser an vielbefahrenen Strassen und weit von zu Hause liegt.

Die Eltern können das Gamen ja verbieten (müssen dann aber auch mit den Konsequenzen fertig werden können) - der Staat sollte da nicht eingreifen müssen.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 20. Mai 2010 Verstoss melden
@Thomas Kalau

Es ist richtig, dass Eltern die Hauptverantwortung für die Erziehung tragen.
Doch die Folgen für die Gesellschaft, die durch eine Vernachlässigung der Erziehungsfragen oder durch den ständigen Computerkonsum von Jugendlichen entstehen, hat auch die Politik zu beschäftigen.

Die falsche Beschäftigung oder die fehlende Erziehung von Jugendlichen hat weitreichende Folgen wie z.B.
Es gibt Jugendliche, die ohne Computer nicht mehr leben können. Es gibt Jugendliche und Erwachsene, die nach häufigem Computerkonsum nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Soziale Fähigkeiten gehen verloren und die Personen können sich nicht mehr in die Gesellschaft integrieren. Zudem kann mir niemand erzählen, dass virtuelle Gewalt oder virtuelles Killen oder Töten, keine Folgen haben. Der Mensch nimmt diese Bilder auf.
Aus diesem Grund muss man einzelne Spiele, die Gewaltverherrlichung, Menschliche Verachtung oder extreme Gewalt als Grundlage haben, verbieten.
Gygax Marcel - CVP 20. Mai 2010 Verstoss melden
@Thomas Kalau

Fortsetzung:

Die staatlichen Massnahmen sind zum Schutz der Jugendlichen und Erwachsenen gedacht, und nicht zur Freude der Politiker.

Würde alles in der Welt mit Eigenverantwortung und laisse faire funktionieren, hätten wir keine Regeln, keine Polizei, kein Militär und keinen Staat.

Da es in dieser Welt Leitplanken braucht, muss diese der Staat beschliessen. Natürlich müssen diese angemessen und verträglich sein.

In der Wertediskussion, bei Erziehung, Bildung, Anstand und Respekt hat sich die CVP immer eingesetzt und wird sich einsetzen.

Diese sind nämlich die Grundlagen für eine funktionierende Gesellschaft.


Gygax Marcel - CVP 20. Mai 2010 Verstoss melden
Eltern haben die Grundverantwortung für ihre Kinder oder Jugendlichen.

Früher konnte man für die Erziehung noch mehr Zeit aufwenden und sich mehr mit den Kindern beschäftigen.

Heute jedoch überfordert das Freizeitangebot die Eltern und Jugendlichen.

Da die Eltern vielmals mit der Auswahl der passenden Freizeitmöglichkeit ihrer Kinder überfordert sind, erachten viele die Tatsache dem Kind ein Computerspiel oder einen Fernseher zu kaufen, als einfacher.

Damit sich die Eltern aber wieder mehr den Kindern und Jugendlichen zuwenden können, müssen diese entlastet werden.

Hier muss der Staat z.B. in Erziehungsfragen, in allgemeinen Familienfragen oder bei der Entlastung der Eltern, eine Hilfestellung einnehmen.
Gygax Marcel - CVP 20. Mai 2010 Verstoss melden
@Thomas Kalau

Bei der Erziehung und der Wertevorstellung in der Familie, muss man schon dazusagen, dass sich diese nicht von Heute auf Morgen ändern lassen.

Wenn man die Erziehung und Werte heute vermittelt, trägt dieser Wandel erst langfristig Früchte.
Gygax Marcel - CVP 20. Mai 2010 Verstoss melden
Herr Gygax, Sie sagen "Heute jedoch überfordert das Freizeitangebot die Eltern und Jugendlichen." Denken Sie allen Ernstes, dass ein Game-Verbot dieses Problem löst? Wenn die Eltern heute keine Zeit mehr zu haben scheinen, kann man nicht einfach davon ausgehen, dass der Staat alles Mögliche und Unmögliche verbietet, nur damit die Eltern nicht mehr überfordert sind und die Jugendlichen seitens Staat Leitplanken vorgegeben erhalten.

Abgesehen davon ist der Zeitaufwand, den viele Jugendliche mit Gamen verbringen, beträchtlich. Und Gamen ist ja auch im Freizeitangebot. Man muss folglich nur die Priortäten ändern - als Eltern, natürlich (Vorbildfunktion...).

Wer Kinder in die Welt stellt, gibt sich in den meisten Fällen vorher mit den Konsequenzen auf das Sozialleben, die Finanzen, die Verantwortung, etc. ab. Es liegt an den Eltern, den Kindern und Jugendlichen Leitplanken zu geben.

Mit Verboten wie dem Game-Verbot könnte der Staat - einmal mehr - nur Symptome bekämpfen.
Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 21. Mai 2010 Verstoss melden
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Ich bin - wie andere hier auch - der Ansicht, dass vor allem die Erziehungsberechtigten gefragt sind, diesem Problem zu begegnen.

- Ist mein Kind alt, erfahren und psychisch stabil genug um ein Spiel zu spielen, welches seinem Alter entspricht (will heissen, dass das Kind alt genug ist um das Spiel selber im Handel gemäss Jugendfreigabe zu erhalten)?

- Ist mein Kind alt, erfahren und psychisch stabil genug um ein Spiel zu spielen, welches es nach Altersfreigabe noch nicht spielen dürfte?

- Bin ich mir des Risikos bewusst und will ich dieses Risiko in Kauf nehmen, wenn ich meinem Kind den Umgang mit einem solchen Spiel erlaube?

- Nehme ich mir die Zeit, mich hinzusetzen und vielleicht mit dem Kind zusammen das Spiel anzuschauen, darüber zu reden, das Kind nach den Beweggründen zu fragen, wieso genau es dieses Spiel will?

- Reagiere ich und wenn ja, wie reagiere ich, wenn ich eine Verhaltensveränderung beim Kind wahrnehme, welche vielleicht oder vielleicht auch nicht auf das Spiel zurückzuführen ist?

Ich denke, wenn sich Eltern auf diese Weise mit dem "Problem" auseinandersetzen, sollte es möglich sein, einiges erträglicher zu gestalten und einige Probleme zu vermeiden...

Besonders wichtig ist m.E. auch, dass sich Eltern bewusst sind, dass Computer-, Konsolen- und andere Arten von Games keinesfalls als "Babysitter" herhalten sollen und nie den Umgang mit einem Kind ersetzen können!

Es geht nicht an, dass sich Eltern mit der "Ausrede" aus der Affäre zu ziehen versuchen, "das ist die Jugend von heute, das verstehe ich nicht, will und muss ich nicht verstehen", "solange sie das ja nur am Computer machen, gehts ja nocht", etc...

Ein Spiel soll Unterhaltung sein, nicht mehr und nicht weniger. Welche Art der Unterhaltung dem eigenen Kind, Jugendlichen, jungen Erwachsenen oder schon volljährigen (immernoch!!) Kind zukommen soll, ist (AUCH) Sache der Eltern!
1 Kommentar
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Ich finde Ihren Beitrag sehr gut, ergänzend möchte ich dem hinzufügen, dass der Staat unterstützend helfen sollte.

Oder noch besser, wir "alten Gamer" leisten einen persönlichen Beitrag, indem wir helfen die Medienkompetenz der Eltern zu fördern, dies würde auch den Staat entlasten bzw. ergänzen.
Reto Spinnler - Piraten 21. Februar 2010 Verstoss melden
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In der Bachelor von Malte Meissner, welche unter http://www.deineantworten.de erhältlich ist, geht er der Frage nach, was die Spieler motiviert.

Die Zusammenfassung:
Onlinespiele sind in den letzten Jahren zu einem immer häufigeren Forschungsgegenstand geworden, wie auch die Zahl der Onlinespieler immer weiter zunimmt. Einzelne Spiele und Genres wurden explorativ oder in Hinsicht auf Gewalt- und Suchtfragen untersucht. Diese Studie orientiert sich nicht an den üblichen Genres, sondern unterscheidet 3 Arten von Spielen anhand ihrer Interaktionsformen: MMORPGs, E-Sports und Browserspiele. Eine Stichprobe von 4330 Datensätzen wurde erhoben. Aus den Antworten der Teilnehmer konnten 8 Faktoren ermittelt werden, die für Onlinespieler im Spiel und im Umgang miteinander bedeutsam sind: Wettkampf, Freundschaft, Isolation, Glamour, Gewalterleben, Gemeinschaft, Anregung und Privatheit. Einige dieser Faktoren scheinen Einfluss darauf zu nehmen, wie lange Onlinespieler sich an ein Spiel binden. Anhand der Faktoren und demografischer Daten konnten 6 Typen von Onlinespielern differenziert werden. Die Art des Spiels und das Geschlecht der Teilnehmer waren dabei wichtige Gruppierungsmerkmale.
Insgesamt konnten deutliche Unterschiede zwischen Spielern von MMORPGs, E-Sports und Browserspielen festgestellt werden. Zudem wurden Erkenntnisse darüber gewonnen, wo die Frauen in Onlinespielen zu finden sind.
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