Die Antwort auf meine diesbezügliche Anfrage bei PEGI ist noch ausstehend.
Wo sind die wissenschaftlich fundierten Nachweise für nachhaltige Schädigungen von Kindern?
Kann jemand auf im Internet frei zugängliche (möglichst deutschsprachige) wissenschaftliche Studien verweisen, die Schäden beweisen oder eben auch widerlegen?
Gibt es wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Kinder nachhaltig geschädigt werden, wenn sie Medien (Bücher, Filme, Spiele) konsumieren, die nicht für ihr Alter freigegeben sind?
Ich rede nicht nur unbedingt von der Grenze "18+", sondern vor allem auch von den Grenzen 3, 7, 12, 16, die mir sehr willkürlich gezogen scheinen. Au welcher wissenschaftlichen Basis fundiert diese Klassifizierung?
Soweit es mir bekannt ist, sind die Aussagen der vorhandenen Studien alles andere als eindeutig. Eine klare und nachhaltige Schädigung konnte meines Wissens noch nicht bewiesen werden, Wirkungen entweder nicht messbar oder sehr gering.
Ich hatte mich selbst als Kind selbst nie an solche Limiten gehalten und ich habe noch nie bei einem Kind irgendeine Art von Schaden feststellen können, der auf «nicht altersgerechten» Medienkonsum basiert hätte.
PEGI ist als allgemeine Information ganz nützlich, mehr aber nicht. Auf gar keinen Fall soll man eine Alterskontrolle den Händlern aufzwingen. Für den Medienkonsum und die Kontrolle sind einzig und allein die Eltern zuständig.
Fazit: Es braucht keinen Jugendschutz, weil es keine Gefahr gibt, vor der man die Jugend schützen müsste.
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Zur Diskussion, siehe auch:
http://wiki.piraten-partei.ch/Diskussion:Berner_Sanktionsmassnahmen_gegen_Killerspiele
und:
http://www.gamerights.ch/index.php?option=com_kunena&Itemid=0&func=view&catid=53&id=11346#11346
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Belege mit Quellenangabe:
Zitat: «Untersuchungen – zum Beispiel die im Auftrag des Bundes von Prof. Kunczik an der Universität Mainz abgeschlossenen Arbeiten – liegen vor. Allerdings belegen sie den eindeutigen Zusammenhang von Gewalt im Spiel und Gewalt in der Realität bisher nicht.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25486/1.html]
Sehr entlarvend ist diese Aussage von Erika Berthold und Eggert Holling, ehrenamtliche Gutachter des Deutschen FSK: «Objektive Einstufungen, richtige oder falsche, kann es prinzipiell nicht geben. Das zeigen schon die historischen Veränderungen bei der Bewertung von Filmen: Italo-Western, die in den 60er Jahren die Gemüter bewegten, sehen sich heute Zwölfjährige an, ohne mit der Wimper zu zucken. Spiele wie "Golden Axe" oder "River Raid", die in den 80er Jahren auf dem Index landeten, sind heute "freigegeben ab 6 Jahren" oder "freigegeben ohne Altersbeschränkung". Dies ist nicht etwa groben Fehlurteilen der vor zwanzig Jahren tätigen Prüfgremien geschuldet, sondern widerspiegelt die Veränderung dessen, worüber jeweils gesellschaftlicher Konsens herrscht. Anders gesagt: Die gleichen Leute, die damals eine Indizierung angemessen fanden, würden heute vermutlich anders plädieren. Das heißt: Alterseinstufungen bringen die aktuelle gesellschaftliche Durchschnittseinschätzung dessen, was Kindern und Jugendlichen zugemutet werden kann, zum Ausdruck und keine ewig gültigen Wahrheiten.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25486/1.html]
Ich gehe einen Schritt weiter: Da keine schädliche Wirkung nachgewiesen werden kann, es objektive Kriterien nicht gibt und Alterseinstufungen reine Geschmackssache sind, dürfen sie niemals verbindlich vorgeschrieben werden! Alterseinstufungen sind eine Orientierungshilfe, mehr nicht. Spiele in die mit vernünftigem zeitlichem Aufwand gespielt werden schaden niemandem, nicht Kindern und erst recht nicht Erwachsenen.
Zitat von Manuel Ladas, der an einer entsprechenden Dissertation an der Uni Münster arbeitet: «Virtuelle Spielgewalt wird vom Nutzer im Allgemeinen stark ästhetisiert, empathiefrei und rein funktionalistisch - also nicht im Sinne einer Schädigung von Opfern - wahrgenommen und genutzt. Dementsprechend wird sie von den meisten Spielern sehr stark gegenüber realer Gewalt gerahmt - die Befragten sahen meist keinen moralischen Zusammenhang zu 'echter' Gewalt. Auch die oftmals vermutete Habitualisierung ('Abstumpfung') durch die Nutzung gewalthaltiger Genres konnte nicht bestätigt werden. Gewalt in Computerspielen ist nach den Ergebnissen der Untersuchung für die Spieler offenbar ein spannender, herausfordernder Wettkampf und ermöglicht die schadensfreie virtuelle Simulation von Macht und Kontrolle. Sie ist weniger ein Abbild realer Gewalt als vielmehr eine abstrakte Metapher für Wünsche und Motivationen der meist unter 25-jährigen, männlichen Spieler - Wünsche und Motivationen wie Herausforderung, Erfolg und Nervenkitzel. [...] Gerade die aktuell stark kritisierten 3D-Shooter wie 'Counterstrike' sind für die Spieler nicht mehr als ein virtuelles Räuber-und-Gendarm-Spiel. Und wo für die Nutzer keine schockierende Gewalt erkennbar ist, kann diese auch nicht 'abstumpfend' wirken oder gar zu folgenreichen realen Gewalttaten anstacheln.» [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12443/1.html]
Lieber MarcSteve Bass 3. Februar 2010 Verstoss melden
du hast ja auch auf der gamerights.ch Seite gepostet. Ich finde deine Überlegungen zur Problematik der Alterskennzeichnung eigentlich recht gut, aber den Jugendschutz mit der Argumentation das keine Schädigung von Games nachgewiesen werden kann und daher sinnlos ist, ein gewagter Rückschluss.
Das ein Spiel als in sich geschlossenes System erkannt wird und daher auch kein Transfer in die Realität stattfindet, braucht es ein gewisses Abstraktionsvermögen, welches sich erst im Laufe der Jahre entwickelt. Wenn du also für eine völlige Freigabe aller Spiele für alle Kinder bist, dann ist das für mich als Medienpädagoge und Gamefan sehr blauäugig und naiv. Wenn ein 7 oder 8 Jähriges Kind CS, Bioshock oder Halo gamt, dann sind die Bilder beängstigend und ich bin der Meinung, dass ein solches Kind in seiner Entwicklung gestört wird, ebenso, wie wenn es mit harter Pornografie oder Filmen für Erwachsene konfrontiert würde, es kann mit den Bildern und Inhalten schlichtweg nicht umgehen und hat auch noch keine Bewältigungsstrategien.
Ihr helft unseren Anliegen gegen ein Spielverbot nicht besonders, wenn ihr für solche Probleme einfach verharmlost. Natürlich ist es ein Unterschied, wenn ein 14jähriger mal ein Game spielt, welches für ältere Spieler gekennzeichnet ist. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, dass in den Schulen Kinder mit zu frühem Konsum von Medieninhalten für Erwachsene durchaus Störungen in der Entwicklungspsycholgie haben und auch auffällig werden im Unterricht, da sie die Bilder und Ängste nicht einfach loswerden.
Ob PEGI eine sinnvolle Bewertung darstellt oder eine Positivprädakatisierung wie bei http://bupp.at/ soll und darf man diskutieren, aber ein Schutz der Kinder vor Erwachsenengames muss sein, alles andere ist Blödsinn.
Ich pflichte Steve Bass bei.David H - Piraten 3. Februar 2010 Verstoss melden
Nur eine kleine Klarstellung, da du dich mit "ihr" wohl an die Piratenpartei richtest: Marc Wäckerlin äussert hier seine persönliche Meinung. Im Parteiprogramm plädieren wir bisher für Jugendschutz mit PEGI. Über das Thema werden wir aber noch viel zu diskutieren haben.
PEGI ist auch die einzige wahre und sinnvolle Lösung. Nur sollten sich Eltern und Verteiler (Läden) besser darauf aufmerksam machen. Einen CoC (Code of Conduct) gibt es bereits.Dino Ebener 4. Februar 2010 Verstoss melden
Obschon Ihr eigentlich für freies Spielen wärt, tut Ihr so, als sei Handlungsbedarf gegeben, nur weil ein paar fundamentalistische Extremisten Lärm schlagen und Computerspiele, die sie nicht verstehen und auch selbst nicht spielen doof finden. Dem widerspreche ich in aller Deutlichkeit. Man kann und darf nicht auf diejenigen hören, die am lautesten rufen. Wo kämen wir dahin, wenn man nur durch laut genug schreien mit den dümmsten, unrealistischsten Forderungen durchkommen könnte?!?Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Dino E: Damit das nicht missverständlich ist: *Ja*, PEGI ist nützlich als Orientierungshilfe. Aber *Nein*, dies soll auf keinen Fall irgendwie gesetzlich verankert werden, in welcher Form auch immer. Ich habe nichts gegen PEGI, ich finde die Information, die es bietet sogar gut, aber nur solange es zu nichts verpflichtet und nicht verbindlich ist.
@David H: Ich äussere mich grundsätzlich immer nur für mich selbst. Die Forderung nach «gesetzlicher Verankerung von PEGI» hat die Piratenpartei wahrscheinlich von der gamersright.ch übernommen, meiner Meinung nach unüberlegt und vor allem hat man das zu wenig diskutiert. Ich werde zu Handen der nächsten Piratenversammlung beantragen, diese Forderung wieder zu streichen. Bis dahin aber handelt es sich hier nur um meine Privatmeinung.
@Steve Bass: ich bin mit http://gamerights.ch auch weitgehend einverstanden, bis auf die Forderung nach «gesetzlicher Verankerung» von PEGI. Um eine Beschränkung gesetzlich gegen Händler durchzusetzen bedarf es nach meiner Überzeugung zweierlei:
1. Es muss nachgewiesen werden, dass eine solche Beschränkung im Interesse der Kinder notwendig ist. Dazu braucht es zwingend wissenschaftlich fundierte, detaillierte, objektive, nüchterne, nicht tendenziöse Studien, die nachweisen, dass tatsächlich bei Nichtbeachtung der Altersfreigaben relevante und nachhaltige Schädigungen auftreten können.
2. Die Alterslimiten sollen sich dann aber genau an den Ergebnissen dieser Studien ausrichten. Nur solche Beschränkungen sind zu rechtfertigen, deren Notwendigkeit und Wirksamkeit durch Studien belegt werden können.
Alles andere ist eine Bevormundung aufgrund des persönlichen Geschmacks der Personen, welche solche Alterslimiten festlegen.
Wenn Du behauptest, dass ein acht oder neunjähriges Kind durch Counterstrike oder Halo geschädigt werden könnte, dann bist Du in der Pflicht, das auf Basis von seriösen Studien zu beweisen. Ansonsten ist das nichts, als eine schädliche und unbegründete Behauptung.
Was Pornografie betrifft: Pornografie ist etwas völlig natürliches und überhaupt nicht schlecht. Was unsere Kinder tatsächlich verdirbt, ist einzig der ablehnende Umgang gegenüber dem menschlichen Körper und seinen biologischen Bedürftnissen. Kinder, die noch nicht in der Pubertät sind, interessieren sich überhaupt nicht dafür. Neunjährige Jungs wenden sich selbst bei harmlosen Umarmungen oder Kussszenen angewidert ab, das habe ich selbst öfters erlebt. Sobald sich die Kinder aber dafür interessieren, sind sie auch reif dazu.
Wenn Kinder mit Bildern und Inhalten nicht umgehen können, dann werden sie das entsprechende Spiel nicht Spielen, oder den entsprechenden Film nicht schauen. Wenn etwas ein Kind überfordert, verliert es rasch das interesse daran. Es wird auch kein Kind von sich aus Inhalte kaufen, für die es noch nicht reif ist, schlicht und ergreifend weil ihm das Interesse fehlt. Wozu also forderst Du Verbote?
Was ich aus der spärlichen, oft tendenziösen Informationslage herausfiltern kann, ist einzig und allein, dass bei extrem häufigem und langem Konsum von Medien aller Art, sei es TV oder Spiele, die Kinder soziale Defizite entwickeln können und schlechter in der Schule werden. Das ist aber keine sehr aussergewöhnliche Beobachtung, und vor allen rechtfertigt sie keine Alterslimiten. Wenn schon muss man bei schulisch schwachen Kindern darauf drängen, dass die Eltern die Zeitdauer des Medienkonsums ihrer Kinder limitieren. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich verharmlose nichts. Im Gegenteil, ich bausche nicht künstlich auf, sondern ich entlarve vielmehr den «Jugendschutz» als das, was er wahrscheinlich ist: Eine unnötige Alibiübung, blinder Aktionismus. Ich fordere, dass Beschränkungen nur auf solider Basis erlassen werden dürfen, besonders dann wenn man wie gamersright.ch noch zusätzliche neue Verschärfungen fordert!
Eine für mich gangbare Möglichkeit wäre, ehrlich zu sagen, dass die abgestuftebn Alterslimiten nicht haltbar sind. Dafür könnte man erstens alle Spiele ohne gesetzliche Beschränkung für den Handel freigeben, ausser die blutigsten Spiele, die nach wie vor nur an Erwachsene verkauft werden dürften. Das wären dann aber bei weitem nicht alle Spiele mit Kennzeichnung 18+, sondern wirklich nur die blutigsten darunter. Ansonsten sollten Alterskennzeichungen sinnvollerweise unverbindliche Hinweise bleiben, die den Handel nicht zu Kontrollen verpflichten. Im Gegenzug müsste man aber alle absoluten Verbote aufheben und jedes Spiel unzensiert wenigstens für Erwachsene ohne Beschränkungen frei geben.
Was meiner Meinung nach viel mehr schadet ist, wenn selbst Spieler nach Massnahmen rufen, anstatt ganz klar und deutlich zu sagen, dass keinerlei weitere Massnahmen notwendig sind, un man im Gegenteil bisherige Massnahmen nochmals überprüfen sollte!
omg und du willst in die Politik ??Steve Bass 4. Februar 2010 Verstoss melden
""Wenn Du behauptest, dass ein acht oder neunjähriges Kind durch Counterstrike oder Halo geschädigt werden könnte, dann bist Du in der Pflicht, das auf Basis von seriösen Studien zu beweisen. Ansonsten ist das nichts, als eine schädliche und unbegründete Behauptung." - Ich habe von Angststörungen und deren Auswirkungen gesprochen, warum soll ich dir Studien vermitteln, habe dir übrigens auf gamerights zwei links gepostet, studiere doch Psychologie oder Pädagogik, mit Hauptfach Medienpädagogik, bevor du solche Antworten schreibst - ""Was Pornografie betrifft: Pornografie ist etwas völlig natürliches und überhaupt nicht schlecht""
Hier erübrigt sich wirklich jede weitere Diskussion mit dir, also mein letzter Kommentar, weil mir schlichtweg die Worte fehlen bei solchen Äusserungen.
Ich behaupte nicht, dass ich das abschliessend beurteilen kann, ich sage nur, dass ich keine Beschränkungen gut heisse, die nicht wissenschaftlich fundiert begründet werden können.Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Meiner Meinung nach unterschätzt Du Kinder massiv.
Gut, ich würde sagen:David H - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Die beste Lösung wäre ein einheitliches, wissenschaftlich fundiertes System, da gebe ich Marc recht. Leider ist das nicht in Sicht.
Die zweitbeste ist in meinen Augen eine Verankerung von PEGI als Verkaufsverbotsrichtlinie.
Die drittbeste meines Erachtens der Verzicht auf Verbote.
Die schlechteste Lösung ist von Kanton zu Kanton variierende Verkauftsverbote an Jugendliche. (Wenn man mal von Totalverboten absieht.)
"Meiner Meinung nach unterschätzt Du Kinder massiv."Steve Bass 4. Februar 2010 Verstoss melden
15 Jahre Primarlehrer, seit 4 Jahren Medienpädagoge und Vater von 3 Kindern - nööö glaube ich nicht - aber welche Erfahrungen hast denn du vorzuweisen in Bezug auf Kinder, die dich so überzeugen, dass Kinder ungefiltert alles sehen, hören und erleben dürfen - denn Freiheit scheint bei dir alles zu sein
Ich erlaube mir, die Forderungen von GameRights zu elaborieren: Wir fordern, PEGI für den Handel rechtlich verbindlich zu verankern. Sollten Eltern z.B. dann der Meinung sein, ein 16+ Spiel ihrem 14 Jahre alten Sohn zutrauen zu können, ist das ja immer noch möglich! Unsere Jugendschutzlösung basiert auf zwei Teilen: Einerseits den Verkauf regulieren, andererseits die Eltern sensibilisieren. So und nur so kann Jugendschutz ehrlich umgesetzt werden.Thomas Riediker - Präsident GameRights.ch, Parteilos 4. Februar 2010 Verstoss melden
Unsere Forderung nach gesetzlicher Verankerung von PEGI sieht diese für den Handel vor - zu Hause sind und bleiben die Eltern diejenigen, welche für appropriaten Jugendschutz zu sorgen haben.
@David H: Deine zweitbeste ist für mich die drittbeste und Deine drittbeste meine Zweitbeste Lösung.Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
@Steve Bass: Du kannst mich gern überzeugen, wenn Du mir Studien vorlegen kannst. Deine hochgelobten Links im gamerights.ch haben im Gegenteil exakt bewiesen, dass jedes Wort von dem, was ich schrieb, richtig ist!
Dieser Text ist einigermassen kurz, den Link hat mir Steve Bass gegeben. Der Text stützt haargenau meine Aussage und widerlegt Steves Behauptungen. Ich verstehe nicht, war er mir nicht einfach recht geben will, dafür gibt er mir einen Link, der genau meine Aussage belegt: http://www.sueddeutsche.de/wissen/451/325316/text/
Einige Ausschnitte aus dem Text dessenTitel lautet: «Schädliche Wirkung nicht belegt»: «Seine Schlussfolgerung: Keine bisher veröffentlichte unabhängige Forschung hat ernsthafte Auswirkungen aggressiver Spiele auf das Verhalten junger Leute belegt.» .. «Wir haben allerdings festgestellt, dass Sechsjährige von brutalen Spielen nicht angezogen werden.»
Er sagt auch, das will ich nicht unterschlagen: «Ich würde nicht leugnen, dass manche Spiele für einige Altersgruppen ungeeignet sind.» Sage ich auch, aber bei weitem nicht in dem Ausmass, wie die Altersfreigaben vorgaukeln. Ungeeignet mögen einige wenige ausserordentlich brutale Spiele sein, wie Manhunt, aber nicht harmlose Kungfu-Prügler wie DOA oder Ego-Shooter wie Doom oder Halo. Splatter schadet wohl kaum, er karikiert sich durch seine übertriebene Blutdarstellung selbst, ähnlich wie Comics (Itchy und Scratchy bei Simpsons).
Mir ist klar, dass man mit konkreten Alterseinstufungen nicht jedem Individum gerecht werden kann. Geistige (und auch körperliche) Reife sind sehr individuell. Einige sind mit 12 soweit wie andere mit 15 und umgekehrt. Doch diesem Umstand kann unsere Gesellschaft nicht immer Rechnung tragen. Der Aufwand wäre immens und wahrscheinlich kaum funktional. Also werden Alterslimiten eingesetzt, z.b. Beim Alkohol, bei Medien etc. Die mögen vielleicht willkürlich erscheinen und ich gebe Marc Recht: Über die Einstufungen soll man diskutieren. So stellt sich mir die Frage, ob wir tatsächlich alle Einstufungen brauchen.Michael Häberle - Piraten 4. Februar 2010 Verstoss melden
Ob man das System jetzt tatsächlich gesetzlich verankern will, ist die Frage, denn die Industrie reguliert sich durch einen Code of Conduct bereits selbst und fehlbare Verkäufer werden belangt. Wir sehen also, die Branche tut was und ist an einem Jugendschutz interessiert. Doch dies geschieht auf freiwilliger Basis.Mit der gesetzliche Verankerung von PEGI würde man grundsätzlich bestehende Prinzipien gesetzlich festlegen. Ich bin allerdings der Meinung, dass es nicht sein sollte, dass Eltern, wie z.b. Von Herrn Näf gefordert, bestraft werden sollen, wenn sie ein Spiel kaufen, dass eigentlich nicht für das Alter des Kindes vorgesehen wäre. Aber für den Handel sollten verbindliche Regeln gelten.
Den Vorschlag von Marc, PEGI nur als Richtlinie zu betrachten, erachte ich als problematisch.
Warum?
Natürlich ist es die Pflicht der Eltern sich zu informieren was ihr Kind spielt. Leider fehlt aber vielen Eltern die Medienkompetenz oder die Zeit/Interesse zu kontrollieren was ihr Kind spielt, gerade darum sollte es aber für ein Kind nicht möglich sein in einen Laden zu spazieren und den neusten ab 18 Titel zu kaufen. Mir ist klar, dass sich immer Mittel und Wege finden, um sich ein Spiel trotzdem zu besorgen. Das ist auch der Grund warum die Verankerung von PEGI alleine nicht reicht. Die Medienkompetenz der Eltern muss geschult werden und zwar auf eine objektive Art und Weise ohne Spiele zu verteufeln oder zu verharmlosen.
Marcs Meinung bezüglich Kinder und Spiele/Filme kann ich nicht teilen. Es gibt Spiele und Filme welche nicht in Kinderhände gehören. Es gibt durchaus Studien und wie wir von Steve jetzt wissen Beispiele, welche hier Marc widersprechen. Auch diese Studien, welche eigentlich ja nicht in unserem Sinne sind, gehören beachtet, wenn wir uns nicht auf das Niveau von gewissen „Gegner“ herunterlassen wollen. Nur weil uns der Inhalt einer Studie nicht gefällt, heisst das nicht, dass wir die Studie einfach ignorieren sollen.
Eine Person mit einer gewissen geistigen Reife kann durchaus zwischen Fiktion (Spiel/Film) und Realität unterscheiden. Aber ich bezweifle, dass Kinder diesen Grad an Reflexion bereits besitzen. Warum haben Kinder z.b. Angst vor Gespenstern oder Monstern unter dem Bett?
Ich mag mich daran erinnern, dass ich als Kind nach gewissen Filmen Problem hatte mit Einschlafen (längere Zeit), es fehlte mir anscheinend die Fähigkeit rational zu denken und die Filme als das anzusehen was sie sind: Fiktion.
„Beeinträchtungen“/Schädigungen was auch immer, schlagen sich nicht unbedingt in Schulnoten oder Gewaltbereitschaft nieder, es können auch viel simplere Dinge wie eine irrationale Angst vor der Dunkelheit etc. Sein. Deshalb macht ein Jugendschutz, der Kinder und Jugendliche schütze, ohne Erwachsene Bürger zu bevormunden durchaus Sinn.
Klar, wenn sich alle Verkaufstellen an den Code of Conduct halten müsste das PEGI rating nicht gestzlich verankert werden aber tun das auch alle?Dino Ebener 5. Februar 2010 Verstoss melden
Ich bin und bleibe der Meinung, dass Spiele die klar für eine erwachsene Zielgruppe hergestellt wurde nichts in Kinderhänden zu suchen hat.
Wenn die geistige Reife nicht auf dem wünschenswerten Level ist, kann es zu Problemen kommen. Vorallem weil vermehrt der Dialog mit den Eltern fehlt - Kinder lernen heute nicht mehr Stresssituationen zu bewältigen, sie lernen nicht wie man mit Druck auskommen muss, wie man Konflikte sinnvoll löst - der Ausweg ist die Materialisierung von Themen und die Gewalt.
Man kann nicht Spielehersteller dafür verantwortlich machen wenn ein verkorkster Erziehungsstil dem Kind schadet - Ich mache auch nicht die Autohersteller für zu schnelles fahren verantwortlich. Das Umdenken muss an einem anderen Ort stattfinden. Dieses Geschrei nach Verboten ist scheinheilig und löst die Probleme nicht. Man muss extrem Naiv sein zu glauben man könne Übergriffe egal welcher Art verhindern wenn man solche Gesetze erlässt.
Interessant auch immer, wie Spiele sofort im Fokus sind nach Amokläufen wenn man denn solche findet, wenn man dies aber nicht tut wird die Tat totgeschwiegen - dann sind für den ganzen zwangsneurotischen, profilierungsgeilen Politiker die Opfer nicht wichtig genug - eine Perversion sondergleichen.
Grundsätzlich sind es sehr sehr wenig Filme und Spiele, die wirklich nicht in die Hände von Minderjährigen gehören. Selbst diese, da kann man diskutieren, ob man dazu wirklich 18 sein muss, oder ob 16 nicht reichen würde; auch Kinder mit 14 sind schon sehr weit entwickelt und können sehr viel verarbeiten. Ich habe in Meinem Leben schon viel gesehen. Ich wüsste genau einen Film (Hostle) und kein einziges Spiel, die ich erst ab 18 freigeben würde. PEGI ist viel zu restriktiv.Marc Wäckerlin - Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Dino E: Wer ein Spiel unbedingt haben will, der kriegt es auch, und sei es als Download aus dem Internet. Fördern wir doch lieber die legale Verbreitung, statt die Menschen zu zwingen, sich ihre Medien bei Bittorrent zu bedienen. Die meisten Händler halten sich an PEGI, was Fehlkäufe weitgehend ausschliesst. Mehr gesetzliche Regelung braucht es nicht. Es ist eine Illusion, zu glauben, etwas verbieten zu können. Und ein Verbot löst ohenhin keine Probleme.
Die Eltern, das Umfeld hat einen viel grösseren Einfluss auf die Kinder, als es Medien je haben können. Wenn wir wirklcih etwas erreichen wollen, müssen wir dort ansetzen.
@Arikael: Eltern ohne Medienkompetenz können sich auf PEGi verlassen, und allenfalls ihre Kinder begleiten und ihnen beiseite stehen beim Spielen. Aber PEGi ist keine Ausrede für Eltern, ihre Pflichten zu delegieren. Zu den Aufgaben der Eltern gehört auch, sich für die Welt ihrer zu interessieren und für ihre Kinder da zu sein.
Das ist sehr richtig, wer ein Spiel haben will der kriegt es und genau da sind die Erziehungsberechtigten gefragt - diese sollen sich mit dem Kind beschäftigen - nicht kontrollieren aber mit dem Kind den Dialog suchen.Dino Ebener 8. Februar 2010 Verstoss melden
Wie gesagt ich halte ein Verbot für eine Bevormundung, von den Wirtschaftlichen konsequenzen mag ich garnicht erst anfangen - es wäre jenseits von dumm.
Es wäre jedoch wünschenswert, wenn das ganze rating system etwas mehr in den Vordergrund rücken würde, sei das nun gesetzlich oder das Händler darauf aufmerksam machen. Bei den meisten, wenn nicht sogar allen Game-Shops werde ich darauf aufmerksam gemacht, bei einem Grossverteiler stelle ich das ein wenig in frage - aber eben, meist ist es nur die Interessenresistenz der Eltern.
Kind als Statussymbol, die Problematik liegt auf der Hand.
